Besser auf den Herrn hören!

Unbedingt im Original lesen:
Papstbrief „An das pilgernde Volk Gottes in Deutschland“

In seinem Schreiben an die Kirche in Deutschland schreibt Papst Franziskus unter anderem:
„Die Wachsamkeit und die Bekehrung sind Gaben, die nur der Herr uns schenken kann. Uns muss es genügen, durch Gebet und Fasten um seine Gnade zu bitten. Immer hat es mich beeindruckt, wie der Herr während seines irdischen Lebens, insbesondere in den Augenblicken großer Entscheidungen, in besonderer Weise versucht wurde. Gebet und Fasten hatten eine besondere und bestimmende Bedeutung für sein gesamtes nachfolgendes Handeln (vgl. Mt 4,1-11). Auch die Synodalität kann sich dieser Logik nicht entziehen und muss immer von der Gnade der Umkehr begleitet sein, damit unser persönliches und gemeinschaftliches Handeln sich immer mehr der Kenosis Christi angleichen und sie darstellen kann (vgl. Phil 2,1-11). Als Leib Christi sprechen, handeln und antworten, bedeutet auch, in der Art und Weise Christi mit den gleichen Haltungen, mit derselben Umsicht und denselben Prioritäten zu sprechen und zu handeln. Dem Beispiel des Meisters folgend, der «sich selbst entäußerte, und wie ein Sklave wurde» (Phil 2,7), befreit uns die Gnade der Bekehrung deshalb von falschen und sterilen Protagonismen. Sie befreit uns von der Versuchung, in geschützten und bequemen Positionen zu verharren, und lädt uns ein, an die Ränder zu gehen, um uns selbst zu finden und besser auf den Herrn zu hören.“
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Ausrichten nach Gottes Willen

In jener Zeit betete Jesus für sich allein und die Jünger waren bei ihm. Da fragte er sie: Für wen halten mich die Leute? Sie antworteten: Einige für Johannes den Täufer, andere für Elíja; wieder andere sagen: Einer der alten Propheten ist auferstanden. Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich?
Petrus antwortete: Für den Christus Gottes. (Lk 9,18-20)

Gerne gebe ich es zu: Irgendwie kann ich mich an die Formulierungen der revidierten Einheitsübersetzung nicht so recht gewöhnen.
Da heißt es etwa: „In jener Zeit betete Jesus für sich allein und die Jünger waren bei ihm.“ Die vorherige Formulierung ist für mich einfach plastischer und lässt ein Bild vor meinem inneren Auge entstehen, wenn es da hieß: „Als Jesus in der Einsamkeit betete und die Jünger bei ihm waren…“
Darin kommt auch sehr schön zum Ausdruck, dass das Wesentliche eben nicht im Hauptsatz, also auf der großen Bühne der Öffentlichkeit geschieht.
Dass das Umgestaltet-Werden im Glauben, das sich Ausrichten nach Gottes Willen, das Ausrichten nach Gottes Plan in der Stille und im Gebet geschieht, wird hier geradezu im Nebensatz ganz beiläufig erwähnt.
In Jesu Gebeten, die uns die Evangelisten überliefert haben, spricht Jesus Gott immer als „Vater“ an; betend sagt er „Ja“ zu diesem Vater, stimmt ihm zu, stimmt mit ihm überein – im Denken und im Wollen; betend geht er den Leidensweg zu Ende, den Gott ihm vorgegeben hat.
Beten ist Ausdruck des Glaubens an Gott als Vater, an seine beständige Führung auf unserem Lebens- und Leidensweg. Diesen Weg ist Jesus betend, als Glaubender, gegangen.
In der Eucharistie versammeln wir uns immer wieder um den betenden Jesus in unserer Mitte. Wir feiern unseren Glauben, der unseren Alltag prägen soll.
Der ihn so prägen soll, dass wir auf die Frage Christi an uns, für wen wir ihn halten, uns die Antwort des Petrus zu eigen machen können: „Für den Christus Gottes.“
Wobei mir auch hier die Übersetzung aus der „alten“ Einheitsübersetzung viel angenehmer ist, wenn Petrus dort antwortet: „Für den Messias Gottes“
Damit ist doch alles gesagt!
Aber unsere persönliche Antwort auf die Frage Jesu steht natürlich immer noch aus.
Für wen hältst Du ihn?

Im Namen des Vaters…

Das Kreuzzeichen:
Ein selbst-verständliches Tun in unserem Gebetsleben und doch eine Herausforderung für unser Denken: Vater – Sohn und – hl. Geist
Bewusst oder unbewusst werden die göttlichen Personen immer wieder getrennt wahr genommen und doch betont der Glaube immer aufs Neue, dass Gott einer ist.
Diese Einheit offenbart er und wir können sie anfanghaft erahnen im Bild der Liebe.
Gott liebt nicht irgendwann einmal, wenn er ein geeignetes Gegenüber findet, sondern er ist in sich diese Liebe.