Mit Gott reden

Jesus betete einmal an einem Ort; als er das Gebet beendet hatte, sagte einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger beten gelehrt hat! (Lk 11,1)

Gebet ist Gespräch mit Gott. Oder um es im Jargon unserer Zeit zu sagen: Gebet ist Kommunikation mit Gott.
Viele in unseren Tagen meinen, Gott sei fern, unerreichbar, entrückt.
Sie argwöhnen, Gott sehe ich nicht, und deshalb existiert er auch nicht.
Wie unsinnig das ist, sollte jeder wissen, der schon mal eine WhatsApp verschickt hat. Mit wie vielen Menschen stehen wir in Verbindung, die wir (momentan) nicht von Angesicht zu Angesicht sehen. Und käme jemand ernsthaft auf die Idee, diesen Freunden die Existenz abzusprechen?
Wir müssen uns immer wieder neu bewusstmachen:
Gott ist da, auch wenn wir ihn als Person nicht direkt sehen.
Wir können mit ihm immer und überall in Kontakt treten.
Überall ist es möglich: Das geht genauso leicht, wie das Handy zu nehmen und schnell eine WhatsApp abzuschicken.
Gott hört uns, denn er ist uns ganz nah. Mit ihm kann ich über alles reden. Es gibt keine Tabus, keine Zensur. Er kennt unsere Gedanken, was sich in unserem Herzen, in unserer Seele abspielt.
Sprechen wir also mit ihm über alles, was uns bewegt. Und nehmen wir ihn dort wahr, wo er uns immer sehr greifbar begegnet:
In der hl. Schrift, in der Eucharistie und in den Sakramenten. Gott reicht uns immer seine Hand, wir müssen sie nur ergreifen!

“Sine dominico non possumus”

Freut euch mit Jerusalem und jauchzt in ihr alle, die ihr sie liebt!
Jubelt mit ihr, alle, die ihr um sie trauert, auf dass ihr trinkt und satt werdet an der Brust ihrer Tröstungen, auf dass ihr schlürft und euch labt an der Brust ihrer Herrlichkeit!
Denn so spricht der Herr:
Siehe, wie einen Strom leite ich den Frieden zu ihr und die Herrlichkeit der Nationen wie einen rauschenden Bach, auf dass ihr trinken könnt; auf der Hüfte werdet ihr getragen, auf Knien geschaukelt. Wie einen Mann, den seine Mutter tröstet, So tröste ich euch; in Jerusalem findet ihr Trost. Ihr werdet das sehen und euer Herz wird jubeln und eure Knochen werden sprossen wie frisches Grün. So offenbart sich die Hand des Herrn an seinen Knechten. (Jes 66,10-14c)

Die Israeliten, haben damals Trost und Freude erfahren, wenn sie nach Jerusalem gekommen sind und dort Gott besonders nahe waren.
Für uns heute ist »Jerusalem« überall dort, wo wir zusammenkommen, um miteinander Eucharistie zu feiern – da ist uns Gott besonders nahe, da können wir Trost und Freude erfahren.
Gerade die Eucharistie erfahren wir immer wieder als Ruhepol und Kraftquelle für unseren Alltag und unsere Aufgaben.
Hier verbindet sich Gott selber auf einzigartige Weise mit uns Menschen.
Vor allem im Empfang der Kommunion wird das deutlich.
Hier stärkt uns Christus mit der Speise, die er selber ist, stärkt er uns mit seinem Leib und seinem Blut, damit wir sein göttliches Leben in uns haben, seine Vitalität, seine Kraft.
Wir spüren, wir brauchen die Eucharistie.
Wir brauchen die Heilige Messe.
Trost, Frieden und Freude will uns Gott schenken – es soll uns so gut gehen, wie es einem Baby bei seiner Mutter geht. Wie eine Mutter ihren Sohn tröstet, so will uns Gott trösten. Darüber werden wir uns freuen. – Das ist eine großartige Botschaft – die sollten wir doch eigentlich weitersagen!