Fasten! – Aber wie?

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Hütet euch, eure Gerechtigkeit vor den Menschen zu tun, um von ihnen gesehen zu werden;
sonst habt ihr keinen Lohn von eurem Vater im Himmel zu erwarten.
Wenn du Almosen gibst, posaune es nicht vor dir her, wie es die Heuchler in den Synagogen und auf den Gassen tun, um von den Leuten gelobt zu werden!
Amen, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.
Wenn du Almosen gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut, damit dein Almosen im Verborgenen bleibt; und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.
Wenn ihr betet, macht es nicht wie die Heuchler!
Sie stellen sich beim Gebet gern in die Synagogen und an die Straßenecken, damit sie von den Leuten gesehen werden.
Amen, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.
Du aber, wenn du betest, geh in deine Kammer, schließ die Tür zu;
dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist!
Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.
Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler!
Sie geben sich ein trübseliges Aussehen, damit die Leute merken, dass sie fasten.
Amen, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.
Du aber, wenn du fastest, salbe dein Haupt und wasche dein Gesicht, damit die Leute nicht merken, dass du fastest, sondern nur dein Vater, der im Verborgenen ist;
und dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten. (Mt 6,1–6.16–18)

Mitgefühl ist der Schlüssel zur christlichen Ethik, das Lernen, mit dem anderen zu leiden und mit ihm zu fühlen. Wir haben es nicht mit einer abstrakten Moralphilosophie zu tun, sondern mit etwas sehr Konkretem und Lebensnahen.
Genau deshalb sind die beiden großen Gebote so eng miteinander verbunden:
„Liebe den Herrn, deinen Gott, von ganzem Herzen… und liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Wer einen anderen Menschen wirklich liebt, der spürt instinktiv, was ihn bewegt und wie es ihm innerlich wirklich geht, was er empfindet.
In unserem Verhältnis zu Gott ist das ähnlich:
Wer Gott liebt, der empfindet die Gefühle Gottes nach, und Gott hat Mitleid mit den Armen und Unterdrückten.
Das ist alles, was ein Mensch braucht, der sich an der Bibel orientieren will.
Vielleicht kann es helfen, einen guten Einstieg in die Fastenzeit zu finden, wenn wir uns die Frage stellen:
Wie kann uns unser Verhalten in der Fastenzeit, insbesondere Gebet, Almosen und Fasten, zu einer tieferen Beziehung mit Christus führen?

Glaube und Vertrauen

In jener Zeit kamen die Pharisäer und begannen ein Streitgespräch mit Jesus; sie forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel, um ihn auf die Probe zu stellen.
Da seufzte er tief auf und sagte: Was fordert diese Generation ein Zeichen? Amen, das sage ich euch: Dieser Generation wird niemals ein Zeichen gegeben werden.Und er verließ sie, stieg in das Boot und fuhr ans andere Ufer. (Markus 8,11-13)

Die Pharisäer wollen Jesus prüfen, weil sie weder Glauben an ihn noch Vertrauen auf ihn haben.
Der Glaube ist eine Haltung des Vertrauens in die Gegenwart Gottes.
Glaube ist Offenheit für das, was Gott offenbaren und tun will und wozu er uns einlädt.
Es sollte klar sein, dass wir im Umgang mit dem unendlichen, allmächtigen und persönlichen Gott niemals die Kontrolle haben. Der Glaube geht weit über unser Verstehen hinaus.
Wenn wir Gottes Handeln herausfinden, genau berechnen, mit vollständiger Genauigkeit vorhersagen könnten, wären wir verantwortlich – und per Definition haben wir es nicht mit einer alltäglichen Person zu tun.
Würden wir eine der genannten Umschreibungen verwenden, um über unsere Beziehung zum Ehemann, zur Ehefrau oder unserem besten Freund zu sprechen?
Stattdessen gehen wir mit solchen Menschen ein sich immer weiter vertiefendes Vertrauensverhältnis ein.
Eine der grundlegendsten Glaubensbezeugungen lautet: In unserem Leben geht es nicht um uns.
Wir haben nicht die absolute Kontrolle. Wir sind vielmehr Teil von Gottes großartigem Plan.
Dies aus tiefstem Herzen zu glauben und entsprechend zu handeln, bedeutet, Glauben zu haben.