Die Stimme Jesu hören

In jener Zeit sprach Jesus: Amen, amen, das sage ich euch: Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber. Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe. Ihm öffnet der Türhüter, und die Schafe hören auf seine Stimme; er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen und führt sie hinaus. (Joh 10,1-3)

Wie wunderbar aber auch für manche befremdlich, dass das Christentum keine Philosophie oder Ideologie ist. Es ist die Beziehung zu einer Person, die eine wirkliche und reale Stimme hat.
Die ersten Jünger hatten das Privileg, die Stimme des historischen Jesus zu hören. Sie haben den besonderen Ton der Stimme und ihre ganz eigene Prägung wahrgenommen.
Aber auch wir hören Jesu Stimme auf unsere eigene Weise, besonders, wenn wir die Texte der Bibel hören, die in unseren Gottesdiensten verkündet werden.
Wohlgemerkt, wir lesen die Bibel nicht nur; wir hören die Bibel!
Wir können die Stimme Jesu deutlich heraushören.
Auch aus den Worten von Menschen, die uns aus dem Geist Jesu heraus trösten oder herausfordern, die uns immer wieder zu höheren Idealen aufrufen und uns ermutigen, wenn wir fallen, können wir die Stimme Jesu hören.
Versuchen wir immer wieder, diese Stimme Jesu aus den vielen Stimmen herauszuhören, die unser Ohr erreichen! Lassen wir uns von dieser Stimme zu einem erneuerten und verwandelten Leben mit Gott führen!

Am Tisch der Gnade

„Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben. (Joh 6,35)

Was Gott von Anfang an gewollt hat, ist, sich mit den Menschen, die er geschaffen hat, zu einem festlichen Mahl zusammenzusetzen, das Leben und das Lachen zu teilen, zu geben, zu empfangen und wieder zurückzugeben. Dies sind die Gnaden die gegenseitig geschenkt werden. Je mehr wir das göttliche Leben empfangen, desto mehr sollten wir es verschenken und es dadurch vermehrt empfangen. Im gesamten Alten Testament finden wir Bilder des heiligen Mahles. Gott möchte sein Leben mit uns teilen.
Im Neuen Testament kommt dies kommt bei der Eucharistie zum vollsten Ausdruck, gelangt zu seiner größten Tiefe, wenn Jesus das Brot und den Wein in sein Fleisch und sein Blut verwandelt und uns alle einlädt, an diesem Tisch das Leben zu feiern und zu teilen, zu geben und zu empfangen.

Entgegen jeder Erwartung

Die beiden Jünger, die von Emmaus zurückgekehrt waren, erzählten den Elf und den anderen, die mit ihnen versammelt waren, was sie unterwegs erlebt und wie sie Jesus erkannt hatten,
als er das Brot brach.
Während sie noch darüber redeten, trat er selbst in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!
Sie erschraken und hatten große Angst, denn sie meinten, einen Geist zu sehen.
Da sagte er zu ihnen: Was seid ihr so bestürzt? Warum lasst ihr in eurem Herzen Zweifel aufkommen? Seht meine Hände und meine Füße an: Ich bin es selbst. Fasst mich doch an
und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht.
Bei diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und Füße.
Als sie es aber vor Freude immer noch nicht glauben konnten und sich verwunderten, sagte er zu ihnen: Habt ihr etwas zu essen hier? Sie gaben ihm ein Stück gebratenen Fisch; er nahm es und aß es vor ihren Augen.
Dann sagte er zu ihnen: Das sind meine Worte, die ich zu euch gesprochen habe, als ich noch bei euch war: Alles muss in Erfüllung gehen, was im Gesetz des Mose, bei den Propheten und in den Psalmen über mich geschrieben steht.
Darauf öffnete er ihren Sinn für das Verständnis der Schriften. Er sagte zu ihnen: So steht es geschrieben: Der Christus wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen und in seinem Namen wird man allen Völkern Umkehr verkünden, damit ihre Sünden vergeben werden. Angefangen in Jerusalem, seid ihr Zeugen dafür. (Lukas 24,35–48)

Der auferstandene Jesus erscheint seinen elf Jüngern. Er erscheint nicht als Geist, Gespenst oder Halluzination. Er kann berührt und gesehen werden, er hat Fleisch und Knochen und kann gebratenen Fisch essen. Entgegen jeder Erwartung der Jünger war ein Toter durch die Kraft Gottes körperlich und ganz real vom Tod zurückgekehrt.
Es war wirklich Jesus, der Gekreuzigte, der von den Toten zurückgekehrt war.
Aber er kam nicht einfach wiederbelebt und weiterhin gebunden an Raum und Zeit. Es war nicht wie bei Lazarus, bei der Tochter des Jairus oder dem Sohn der Witwe von Naim, alles Menschen, die nur zum Leben zurückgekehrt waren, um wieder zu sterben.
Stattdessen wird der Körper Jesu, nicht mehr gebunden an Raum und Zeit, verwandelt und verklärt. Ein „geistiger“ Leib.
Jesus hat über den Tod und alles, was mit dem Tod zu tun hat, gesiegt. Sein auferstandener Leib ist ein Vorgeschmack und ein Versprechen dessen, was Gott mit uns vorhat.

Nahrung für die Reise des Glaubenden

Wir kennen wohl alle das Evangelium von der Brotvermehrung. (Joh 6,1-15)
Es ist die einzige Wundererzählung, die in allen vier Evangelien erwähnt wird.
Diese Szene hat die ersten Christen offenbar tief bewegt.
Jesus weist seine Jünger an, dass die Menschen sich ins Gras setzen sollen. Er nimmt die fünf Brote und die 2 Fische und sättigt damit die enorme Menge von Menschen.
Hungrige, müde, erschöpfte, von ihren Anstrengungen ausgelaugte Menschen. Ihnen gibt Jesus die Nahrung für den Tag.
Für uns ist es ein schönes und bedeutsames Bild für die Eucharistie.
Sie ist Nahrung für die Reise des Glaubenden.
Die Taufe hat uns zu Söhnen und Töchtern Gottes gemacht.
Die Firmung bekräftigt und vertieft diese Zugehörigkeit.
Die sakramentale Ehe und die heiligen Weihen bestärken uns weiter in unserer Berufung.
Diese Sakramente werden uns an den Wendepunkten und in den Schlüsselmomenten unseres Lebens angeboten werden.
Und dann ist da die Eucharistie.
Sie kann regelmäßige, ja tägliche Stärkung und Nahrung sein, um uns durch den Alltag zu bringen.
Auch im geistlichen Leben braucht es Stärkung!
Wir müssen essen und trinken, sonst fehlt uns die Kraft!

Nach langer Nacht – ein neuer Morgen

Danach offenbarte sich Jesus den Jüngern noch einmal, am See von Tiberias, und er offenbarte sich in folgender Weise.
Simon Petrus, Thomas, genannt Didymus, Natanaël aus Kana in Galiläa, die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern waren zusammen. Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sagten zu ihm: Wir kommen auch mit. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot. Aber in dieser Nacht fingen sie nichts.
Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihnen: Meine Kinder, habt ihr keinen Fisch zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus und ihr werdet etwas finden.
Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es. Da sagte der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr!
Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr sei, gürtete er sich das Obergewand um, weil er nackt war, und sprang in den See. Dann kamen die anderen Jünger mit dem Boot – sie waren nämlich nicht weit vom Land entfernt, nur etwa zweihundert Ellen – und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her. Als sie an Land gingen, sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer und darauf Fisch und Brot liegen. Jesus sagte zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt!
Da stieg Simon Petrus ans Ufer und zog das Netz an Land. Es war mit hundertdreiundfünfzig großen Fischen gefüllt, und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht.
Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und esst! Keiner von den Jüngern wagte ihn zu befragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war. Jesus trat heran, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch. Dies war schon das dritte Mal, dass Jesus sich den Jüngern offenbarte, seit er von den Toten auferstanden war. (Joh 21,1-14)

Dieser Fischfang ist ein Symbol für die Kirche (das Schiff Petri) über Raum und Zeit hinweg bei ihrer apostolischen Aufgabe, Seelen zu gewinnen.
Das Leben und Werk der Kirche, so scheint uns Johannes sagen zu wollen, wird ein langwieriges Vorhaben in der Dämmerung sein, eine harte Arbeit, die oft wenig oder gar keine Früchte zu tragen scheint.
Aber nach der langen Nacht wird der Beginn eines neuen Lebens und einer neuen Ordnung aufbrechen, die neue Wirklichkeit, die mit Jesus begonnen hat. Der Fischfang, den er ermöglicht, ist die Gesamtheit der Menschen, die Christus für sich sammeln wird. Es ist das neue Israel, die endzeitliche Kirche. Wir wissen dies durch die Symbolik dieses Evangeliums. Wenn die Fische an Land gezogen werden, macht sich Johannes die Mühe, uns ihre genaue Anzahl 153 mitzuteilen – eine Zahl, die in der Antike häufig verwendet wird, um die Gesamtzahl der Fischarten im Meer zu bezeichnen.

Ein herzlicher Gruß nach Castrop-Rauxel!

Sie haben den Namen des „Neuen“ gehört, seinen Namen einfach mal „gegoogelt“ und sind hier gelandet?
Dann seien Sie ganz herzlich gegrüßt!
Auf diesen Webseiten bin ich eher privat unterwegs.
Ich freue mich, dass Sie mindestens genauso gespannt sind auf den Priester, der da neu in den Pastoralverbund Castrop-Rauxel-Süd, in das Pastoralteam und die Gemeinden kommt, wie auch ich gespannt bin auf Sie und die Menschen, denen ich bei Ihnen begegnen werde.
In mir steigt zunehmend die Vorfreude, ab Oktober mit Ihnen Christ und für Sie Priester sein zu dürfen. Spätestens dann werden wir uns auch persönlich kennenlernen und sicher noch so manche „Informationslücke“ schließen können.
Was mir aber besonders wichtig ist:
Wir werden gemeinsam den Glauben leben dürfen, die Eucharistie miteinander feiern können und uns und unser Leben immer wieder neu auf Christus ausrichten.
All das durfte ich in den letzten 18 Jahren als Pfarrer der Pfarrei St. Agatha Altenhundem und damit als Leiter des Pastoralverbundes Pastoraler Raum Lennestadt tun.
Ein Pastoraler Raum, bestehend aus 12 Pfarreien, etlichen Kapellengemeinden und 43 Ortschaften im südlichen Sauerland im Kreis Olpe. Es ist einer der größten Pastoralen Räume im Südsauerland.
Es war und ist mir eine Freude und Ehre, hier Priester sein zu dürfen.
Die Menschen hier haben es möglich gemacht, dass ich als gebürtiger Ruhrgebietler (Lünen) im Sauerland eine Heimat gefunden habe und dafür bin ich von Herzen dankbar.
In den vergangenen Jahren sind so viele Verbindungen gewachsen, habe ich so viele Menschen kennen- und schätzen gelernt, durfte ich so viel an Glauben erleben und begleiten, dass ich den Gedanken an einen Wechsel bis vor einigen Wochen noch gar nicht ernsthaft in Erwägung gezogen habe.
Dann hat allerdings im Advent 2020 mein Körper nach etlichen Anforderungen ganz plötzlich signalisiert, dass die Kräfte endlich sind. Es war eine Phase, aus der ich dankenswerterweise recht zügig, u.a. auch durch die Unterstützung lieber Menschen, schnell wieder herausgefunden habe. Gesundheitlich ist alles wieder in Ordnung.
Aber dieses Erlebnis war mir ein Anstoß, über meine Zukunft nachzudenken.
Das Ergebnis dieser Überlegungen und eines sehr intensiven, offenen und angenehmen Gespräches mit dem Pastoralteam des Pastoralverbundes Castrop-Rauxel-Süd war die Bewerbung auf die ausgeschriebene Pfarrstelle. Diese hat unser Herr Erzbischof nun angenommen und mich mit Wirkung zum 1. Oktober 2021 zum Pfarrer der Pfarrei St. Lambertus Castrop-Rauxel ernannt, mit der die Leitung des Pastoralverbundes Castrop-Rauxel-Süd verbunden ist.

Neben der Aussicht auf die Rückkehr in etwas „heimatlichere“ Gefilde, und die im Vergleich zu Lennestadt etwas übersichtlichere Größe des Pastoralverbundes, war für meine Bewerbung auch die Tatsache ausschlaggebend, dass ich in meinem Alter (Jg. 1965) noch einmal die Möglichkeit sehe, ein neues soziales Umfeld aufzubauen, was mit zunehmendem Alter natürlich immer schwieriger wird.
Dabei hoffe ich auf Ihre Unterstützung und Ihr Wohlwollen. Gerne würde ich mich schnell bei Ihnen einleben, um auch innerlich anzukommen.
Was mich angeht, so stehen die Tore dazu weit offen. Ich freue mich auf Sie, auf die Menschen, auf die Arbeit in unseren und für unsere Gemeinden und auf den Glauben, den wir gemeinsam leben dürfen.
Jetzt sind zunächst die praktischen Voraussetzungen für den Stellenwechsel zu schaffen und manche organisatorischen Dinge zu klären, damit hoffentlich der Wechsel zum Anfang Oktober reibungslos klappt.

Ich freue mich auf unsere gemeinsame Zeit und grüße Sie sehr herzlich
Christoph Gundermann, Pfarrer

Ostern ist unsere Erlösung!

Friedhöfe sind Orte des Nachdenkens, des Dankes, des Gedenkens.
Sie sind Orte der Ruhe und Endgültigkeit.
Das Letzte, was man an einem Grab erwarten würde, ist Neuheit und Überraschung.
Aber dann ist da das Grab Jesu.
In der Bibel wird uns berichtet, dass drei Frauen, Freunde und Jünger Jesu, am frühen Sonntagmorgen nach seiner Kreuzigung zum Grab ihres Meisters kamen, um seinen Leichnam zu salben.
Sie gingen sicher davon aus, dass sie sich, während sie sich dieser Aufgabe widmen, wehmütig an die Dinge erinnern würden, die ihr Freund gesagt und getan hatte.
Vielleicht würden sie ihren Frust über diejenigen zum Ausdruck bringen, die ihn an diesen Punkt gebracht hatten, ihn in seiner Stunde der Not verraten und verleugnet hatten und davongelaufen waren. Sicherlich erwarteten sie, in ihrem Kummer zu weinen.
Aber als sie ankamen, stellten sie zu ihrer Überraschung fest, dass der schwere Stein vom Eingang des Grabes weggerollt worden war. Waren Grabräuber am Werk gewesen?
Ihr Erstaunen verstärkte sich noch, als sie beim Blick in das Grab nicht den Leichnam Jesu sahen, sondern einen jungen Mann in Weiß, der verkündete: „Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und seht euch den Ort an, wo er lag!“ (Mt 28,5-6)
Die Botschaft des geheimnisvollen Boten war, nicht, dass jemand in dieses Grab eingebrochen war, sondern dass jemand ausgebrochen war.
In der Version des Markusevangeliums, der frühesten, die wir haben – wird die Reaktion der Frauen wie folgt beschrieben: „Da verließen sie das Grab und flohen; denn Schrecken und Entsetzen hatte sie gepackt.” (Mk 16,8)
Sind für uns die Gräber unserer Verstorbenen eher Orte dankbarer Erinnerung und stillen Gedenkens, so ist das Grab Jesu so verstörend, dass Menschen vor Angst davonlaufen.
Gerade heute sollten wir uns wieder dieser Verstörung, dieser Störung unseres Denkens, dieser Ungeheuerlichkeit von Ostern stellen.
Ostern ist unbegreiflich und die Botschaft von Ostern kann uns erschrecken, kann uns neu aufschrecken.
Stellen wir uns wieder der Ungeheuerlichkeit der österlichen Botschaft von der Auferstehung Jesu und reden wir sie nicht klein und versuchen wir sie nicht zu verharmlosen. Ostern ist kein Symbol, ist keine Metapher, ist kein Trugbild unserer Phantasie.
Ostern ist kein Mythos.
Ostern ist unsere Erlösung!
Das darf uns erschrecken, das darf uns verstören, das darf uns unfassbar erscheinen…
Das ist aber vor allem eines: Frohe Botschaft – Evangelium.
Und wir dürfen es staunend annehmen, so wie es die Jünger Jesu taten, als die dem Auferstandenen begegneten.
Als seine Apostel ihn nach seinem Tod wieder lebend sahen, wussten sie mit Gewissheit, dass er der ist, als der er sich selbst bezeichnet hatte, als Sohn Gottes. Sie fanden seine Worte auf die überraschendste und überzeugendste Art und Weise bestätigt.
Wunderbar ist es zusammengefasst, im Bekenntnis des Thomas, des ehemaligen Zweiflers, der, als er den auferstandenen Herrn sah, auf die Knie fiel und einfach sagte: „Mein Herr und mein Gott.“

Jesus lebt, mit ihm auch ich!!

Jesus lebt, mit ihm auch ich!
Tod, wo sind nun deine Schrecken?
Jesus lebt und wird auch mich
von den Toten auferwecken.
Er verklärt mich in sein Licht;
dies ist meine Zuversicht.

Jesus lebt! Ihm ist das Reich
über alle Welt gegeben;
mit ihm werd auch ich zugleich
ewig herrschen, ewig leben.
Gott erfüllt, was er verspricht;
dies ist meine Zuversicht.

Jesus lebt! Ich bin gewiss:
Nichts soll mich von Jesus scheiden,
keine Macht der Finsternis,
keine Herrlichkeit, kein Leiden.
Seine Treue wanket nicht;
dies ist meine Zuversicht.

Jesus lebt! Nun ist der Tod
mir der Eingang in das Leben.
Welchen Trost in Todesnot
wird er meiner Seele geben,
wenn sie gläubig zu ihm spricht:
“Herr, Herr, meine Zuversicht!”
(GL 336)

Wir werden dieses schöne Osterlied, das sich im Gotteslob als eines der neueren Lieder seit der Neuauflage findet, in diesem Jahr (wieder) nicht gemeinsam in den Kirchen singen können. Die Coronalage, die seit über einem Jahr unser Leben an allen Ecken und Enden beeinflusst, hält uns davon ab.
Aber verliert das Lied deshalb etwas von seiner Aussage?
Ist es deshalb weniger zutreffend?
Geradezu trotzig möchte ich es der Tristesse entgegenstellen, die sich in der Coronazeit immer wieder in unseren Gemütern breit machen will.
Das Lied ist eine schöne musikalische Zusammenstellung unseres Glaubens, der in dieser Krisenzeit sicher heftig angefragt wird.
Aber müssen wird deshalb am Glauben, müssen wir an Gott, an Christus, an der Zuversicht, die wir jahrzehntelang eingeübt haben zweifeln?
Eher ist es doch wie bei einem Baum.
Wenn er lange von den Stürmen und heftigen Winden völlig hin- und hergeworfen wird, wenn seine Zweige gerupft werden, dann treibt er geradezu trotzig seine Wurzeln tiefer in den Boden und gewinnt dadurch einen nur um so sicheren Halt und festeren Stand.
Natürlich werden auch wir, wird auch unser Glaube momentan mal wieder ganz heftig angefragt, durch Corona, durch Krisen in der Kirche, durch persönliche Schicksalsschläge.
Aber eines wissen wir in all dem:
Jesus lebt – Ostern ist kein Märchen, sondern Glaubensgewissheit!
Jesus hat längst alle Mächte der Welt durch seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung für uns besiegt!
Seine Treue wanket nicht!
Dies ist meine Zuversicht!
Und hoffentlich auch die Ihre!

Und so wünsche ich allen Besuchern der Website daher auch in diesem Jahr ein gesegnetes Osterfest

Ihr
Christoph Gundermann, Pfr.