Mit Gott rechnen

In jener Zeit kamen alle Zöllner und Sünder zu Jesus, um ihn zu hören.
Die Pharisäer und die Schriftgelehrten empörten sich darüber und sagten: Dieser nimmt Sünder auf und isst mit ihnen.
Da erzählte er ihnen dieses Gleichnis und sagte:
Wenn eine Frau zehn Drachmen hat und eine davon verliert, zündet sie dann nicht eine Lampe an, fegt das Haus und sucht sorgfältig, bis sie die Drachme findet?
Und wenn sie diese gefunden hat, ruft sie die Freundinnen und Nachbarinnen zusammen und sagt: Freut euch mit mir, denn ich habe die Drachme wiedergefunden, die ich verloren hatte!
Ebenso, sage ich euch, herrscht bei den Engeln Gottes Freude über einen einzigen Sünder, der umkehrt.
(Lk 15,1-3.8-10)

Kennen Sie auch diese Situationen, in denen man sich völlig verloren vorkommt?
Wenn es einfach nicht zu laufen scheint, wenn alles irgendwie daneben geht…
Und wie reagieren Sie dann?
Da sind dann z.B. die Probleme in der Familie, am Arbeitsplatz, in der Kirche…oder was immer uns gerade beunruhigt.
Natürlich müssen wir dann immer bemüht sein, unser Bestes zu geben, um die Schwierigkeiten zu lösen.
Aber selbst wenn wir unser Bestes geben, müssen wir auch mit Gottes Handeln rechnen.
Er hat es uns zugesagt.
Auch wenn wir nach Zeit und Gelegenheit Ausschau halten, um eine Situation in eine positive Richtung zu bekommen, so sind wir doch immer auch eingeladen, zu glauben, dass Gott die Menschen in unserem Leben noch mehr liebt als wir, dass Gott auf dem Weg ist, sie zu finden und zu retten.
Nur, diese Ankunft Gottes in unserem Leben ist keine Magie. Er kommt selten wie ein Blitz, der in unser Leben einschlägt und alle Probleme oder Ängste auslöscht.
Aber als Glaubende fordert uns das Evangelium auf, uns daran zu erinnern, dass Gott uns nicht vergessen wird.
Selbst in unseren dunkelsten Momenten dürfen wir auf Gottes Ankunft warten, die uns etwas mehr Mut, etwas mehr Einsicht, etwas mehr Wachstum, etwas mehr Freude bringen kann.
Wenn alles gut läuft, dann ist es leicht, an Gottes Liebe zu glauben.
Aber es ist eine riesige Herausforderung zu glauben, dass Gott von sich aus auf uns zukommt, wenn unser Leben auseinander bricht, wenn wir wenig Hoffnung sehen, wenn wir uns allein fühlen.
Aber gerade in diesen Momenten sind wir aufgefordert zu glauben und darauf zu vertrauen, dass Gott schon längst zu uns unterwegs ist.