Carpe diem

In jener Zeit sprach Jesus: Ihr alle werdet genauso umkommen, wenn ihr euch nicht bekehrt.
Und er erzählte ihnen dieses Gleichnis:
Ein Mann hatte in seinem Weinberg einen Feigenbaum; und als er kam und nachsah, ob er Früchte trug, fand er keine. Da sagte er zu seinem Weingärtner: Jetzt komme ich schon drei Jahre und sehe nach, ob dieser Feigenbaum Früchte trägt, und finde nichts. Hau ihn um! Was soll er weiter dem Boden seine Kraft nehmen? Der Weingärtner erwiderte: Herr, lass ihn dieses Jahr noch stehen; ich will den Boden um ihn herum aufgraben und düngen. Vielleicht trägt er doch noch Früchte; wenn nicht, dann lass ihn umhauen. (Lk 13,5b-9)

Fastenzeit ist nicht die Zeit des Umhauens, der Gnadenlosigkeit, sondern es ist die Zeit der Gnade, die Zeit des möglichen Neuanfangs.
Christus, den wir im Winzer erkennen dürfen, gewährt uns diese Zeit, er schenkt sie uns, damit wir sie nutzen. Er will an uns arbeiten, manches umgraben und düngen. Er will Kraft schenken, wo wir in Kraftlosigkeit versinken.
Aber wir müssen ihn an uns arbeiten lassen. Wir dürfen es zulassen, dass er an und mit uns wirkt. Tun wir in dieser österlichen Bußzeit auch wirklich, das, was diese Zeit im Namen trägt: Buße. Das heißt allerdings nicht in Freudlosigkeit und Sack und Asche herumzulaufen, sondern das meint, mich von Jesus erneuern und verwandeln zu lassen. Da wo es nötig ist, müssen wir umkehren, Schuld bekennen und uns Vergebung unserer Schuld im Bußsakrament zusprechen lassen. Auch und ganz besonders hier wirkt Christus an uns.
Nutzen wir diese Zeit der Gnade und des Neuanfangs!
Die Botschaft Gottes ist eine frohe Botschaft, aber sie ist nicht nett und schon gar nicht harmlos. Carpe Diem! – Nutze die Zeit!

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