Ein Plan für unser Leben

In jener Zeit kam Jesus nach Jéricho und ging durch die Stadt.
Und siehe, da war ein Mann namens Zachäus; er war der oberste Zollpächter und war reich.
Er suchte Jesus, um zu sehen, wer er sei, doch er konnte es nicht wegen der Menschenmenge; denn er war klein von Gestalt. Darum lief er voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum, um Jesus zu sehen, der dort vorbeikommen musste.
Als Jesus an die Stelle kam, schaute er hinauf und sagte zu ihm: Zachäus, komm schnell herunter! Denn ich muss heute in deinem Haus bleiben.
Da stieg er schnell herunter und nahm Jesus freudig bei sich auf. (Lk 19,1-6
)

„Zachäus, komm schnell herunter! Denn ich muss heute in deinem Haus bleiben.“
In dem Moment, in dem Zachäus diesen Satz hört, ändert sich alles!
Der distanzierte Beobachter wird in eine persönliche Beziehung eingeladen.
Der neugierige Zuschauer wird zum Gastgeber des Herrn.
Was nur eine Pause an einem anstrengenden Tag der Steuereintreibung sein sollte, wird zum Beginn eines neuen Lebens.
Ohne jede Erwartung und ohne jegliches Streben von Seiten des Zachäus wird er ein neuer Mensch – alles nur, weil Jesus ihn beim Namen ruft.

Ein zentraler Aspekt unserer Beziehung zu Christus kommt aus diesen Zachäus-Momenten.
Und je älter wir werden, desto mehr solcher Momente können auch wir in unserem Leben entdecken.

Da meldet man sich für einen Kurs in der Schule an und ist nicht einmal sicher, ob man ihn wirklich belegen will.
Aber im Laufe der Zeit entdeckt man, dass da irgendetwas verbindet mit der gewählten Sprache, dem gewählten Fachgebiet, der Thematik und daraus wird ein Beruf.
Oder: Ein alter Bekannter meldet sich nach langer Zeit mal wieder, man trifft sich ohne sicher zu sein, ob man es wirklich will. Man trifft einige Leute, nimmt eine Telefonnummer mit und stellt dann fest, dass man den Partner, die Partnerin fürs Leben gefunden hat.

Man könnte sicher noch etliche andere Beispiele nennen, etwa ehrenamtliches Engagement, dass zur Lebensaufgabe werden kann o.ä.

All diese Erlebnisse, die wir im Rückspiegel unseres Lebens entdecken, sind Zachäus-Momente, in denen wir dachten, wir würden nur beobachten, mitfahren, nur eine kurze Spanne unserer Zeit widmen.
Aber im Laufe der Zeit entdecken wir, dass Jesus etwas ganz anderes im Sinn hatte und hat.

Im Erkennen solcher Zachäus-Momente sind wir natürlich überrascht, aber wir dürfen uns auch als gesegnet betrachten, weil Jesus uns in diesen Zeiten tiefer führt und wir einen klareren Blick auf unsere Zukunft und ein tieferes Wissen über uns selbst erhalten.

Das Evangelium erinnert uns daran, dass Jesus einen Plan für unser Leben hat.
Er kann jederzeit aufblicken und zu uns sagen:
„Komm herunter. Ich möchte heute bei Dir bleiben.“