Gesegnet sei der König

In jener Zeit ging Jesus nach Jerusalem hinauf. Während er dahinritt, breiteten die Jünger ihre Kleider auf der Straße aus. Als er an die Stelle kam, wo der Weg vom Ölberg hinabführt, begannen alle Jünger freudig und mit lauter Stimme Gott zu loben wegen all der Wundertaten, die sie erlebt hatten. Sie riefen: Gesegnet sei der König, der kommt im Namen des Herrn. Im Himmel Friede und Herrlichkeit in der Höhe! Da riefen ihm einige Pharisäer aus der Menge zu: Meister, bring deine Jünger zum Schweigen! Er erwiderte: Ich sage euch: Wenn sie schweigen, werden die Steine schreien.

(Lk 9,28.36-40)

Nehmen wir einen Moment lang an, Jesus komme in unseren Heimatort.
Stimmt auch dann noch, was wir da eben gehört haben?
Sie riefen: Gesegnet sei der König, der kommt im Namen des Herrn. Im Himmel Friede und Herrlichkeit in der Höhe!
Würden wir, würde die Menge sich aufmachen, ihn zu empfangen?
Vielleicht würden wir uns die Zeit nehmen. Heute Abend noch – aber morgen früh haben wir wieder andere Verpflichtungen. Wenn wir es überlegen, so ganz recht wäre uns das nicht, wenn Du gerade jetzt kämst, vielleicht nach Ostern, vielleicht dann doch lieber erst im Herbst, obwohl soviel Zeit hätten wir dann auch nicht, und dann kommt der Advent und Weihnachten.
Was würden wir rufen?
Gesegnet sei der König, der kommt im Namen des Herrn?
Klingt nicht mehr so ganz zeitgemäß; ein bisschen verstaubt.
Und außerdem, wir hätten da eine Menge Fragen – endlich könnte er uns auf alle Fragen eine Antwort geben, alle unsere Vorbehalte entkräften.
Wir könnten endlos diskutieren bis wir alles verstanden haben, was nicht zu verstehen ist.
Ob wir dann noch jubeln werden, werden wir sehen. Vielleicht wechseln wir auch sofort zum „Kreuzige ihn“??
Jesu Kommen – es brächte uns schon in Verlegenheit.
Jesus kommt in unseren Ort – eine Fiktion!?

Nein- Er ist schon da!! –

Aus der Passionsgeschichte wissen wir es.
Szenen der Passion, die sich so oder ähnlich in unserem Leben, im Leben der Menschen wiederholen.
Jesus kommt in unseren Ort – er will weder ins Rathaus, noch auf den Marktplatz.

Er will dorthin, wo Menschen leiden und wo die kleine Tat der Liebe das Leiden leichter macht.

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