{"id":2588,"date":"2025-11-23T11:30:00","date_gmt":"2025-11-23T10:30:00","guid":{"rendered":"http:\/\/chr-gundermann.de\/?p=2588"},"modified":"2025-11-23T09:43:13","modified_gmt":"2025-11-23T08:43:13","slug":"jesus-remember-me","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/chr-gundermann.de\/?p=2588","title":{"rendered":"Jesus, remember me"},"content":{"rendered":"\n<p>liturgische Texte siehe: <a href=\"https:\/\/schott.erzabtei-beuron.de\/herrenfeste\/ChristkoenigssonntagC.htm?datum=2025-11-23&amp;r=1\">&gt;hier&lt;<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>1925 wurde das Fest \u201eChristk\u00f6nig\u201c durch Papst Pius XI. eingef\u00fchrt. Das ist in diesem Jahr genau 100 Jahre her und f\u00fcr uns ein Anlass, noch einmal intensiver \u00fcber Christus, den K\u00f6nig und Herrn, nachzudenken und auch \u00fcber die Wiederkunft Christi.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Wort \u201eK\u00f6nig\u201c ruft vielf\u00e4ltige Bilder in uns wach, und welches Bild von einem K\u00f6nig uns auch immer in den Sinn kommt, kann es unsere Gedanken \u00fcber das Fest Christk\u00f6nig beeinflussen.<br>K\u00f6nige gibt es nur noch wenige in unserer Zeit. Sie haben meist eine repr\u00e4sentative Funktion.<br>Und doch blicken viele mit Faszination auf diese Welt des Glamours und der anscheinenden Macht. Die Gazetten sind nach wie vor voll mit Berichten aus den diversen K\u00f6nigsh\u00e4usern.<\/p>\n\n\n\n<p>Schon bei diesem kurzen Blick auf die Vorstellungen von \u201eK\u00f6nig\u201c stellt sich die Frage:<br>Worum geht es beim Christk\u00f6nigsfest?<br>Geht es um Glanz und Glamour, um \u201epomp and circumstances?\u201c<br>Ist es heute noch angebracht, Christus als K\u00f6nig zu bezeichnen?<br>Und warum wird das Fest am Ende des Kirchenjahres gefeiert? \u2013<\/p>\n\n\n\n<p>Das Christk\u00f6nigsfest f\u00fcgt sich sehr gut in das Kirchenjahr ein \u2013 einen Zyklus, der mit dem Advent beginnt,<br>dann zu Weihnachten, der Geburt des Messias in Bethlehem, f\u00fchrt, anschlie\u00dfend zu Jesu Tod und Auferstehung an Ostern und schlie\u00dflich, nach den Sonntagen im Jahreskreis, zum Abschluss des Kirchenjahres, wo Jesus Christus in Herrlichkeit am Ende der Zeiten im heutigen Christk\u00f6nigsfest wiederkommt.<br>Es ist sozusagen eine Synthese des gesamten Heilsgeheimnisses.<br>Nachdem wir das ganze Jahr lang \u00fcber die Geheimnisse im Leben Jesu nachgedacht haben, gelangen wir schlie\u00dflich zu der unumst\u00f6\u00dflichen Erkenntnis, dass Jesus der Herr, der K\u00f6nig aller K\u00f6nige, ist.<\/p>\n\n\n\n<p>In der ersten Lesung (aus dem 2. Buch Samuel) sehen wir, wie alle St\u00e4mme Israels zu David nach Hebron kommen, um ihn zu ihrem K\u00f6nig zu machen. Von Gott berufen, das auserw\u00e4hlte Volk zu f\u00fchren, war David zuvor Hirte, Musiker, Kriegsheld und ein angesehener Anf\u00fchrer seines Volkes gewesen.<br>Nun sollte er als K\u00f6nig regieren und die Israeliten vor ihren Feinden sch\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach Sauls Tod kommen alle St\u00e4mme zu David nach Hebron, um ihn zu ihrem K\u00f6nig zu machen. <br>Die St\u00e4mme Israels bringen ihre \u00dcberzeugung zum Ausdruck, dass Davids Ernennung zum K\u00f6nig von Gott kommt.<br>Es gibt einen klaren Hinweis auf seine gottgegebene Autorit\u00e4t, denn Gott selbst hatte zu ihm gesagt:<br>\u201eDu sollst der Hirt meines Volkes Israel sein, du sollst Israels F\u00fcrst werden.\u201c<br>K\u00f6nig David schlie\u00dft daraufhin vor Gott einen Bund mit ihnen und erbittet so Gottes Segen f\u00fcr seine Herrschaft.<br>Die St\u00e4mme, die einst Saul treu ergeben waren, akzeptieren diese g\u00f6ttliche Berufung Davids und best\u00e4tigen, dass er der Hirte Israels ist.<br>\u201eHirte\u201c war ein traditioneller Titel f\u00fcr einen K\u00f6nig und in Israel zugleich ein Titel f\u00fcr Gott.<br>So war David zu diesem Zeitpunkt seines Lebens ihr Hirte im Auftrag Gottes.<\/p>\n\n\n\n<p>Jesus Christus war ein Nachkomme Davids.<br>Sowohl K\u00f6nig David als auch Jesus Christus waren Hirten. Der Gott, der David zum Hirten seines Volkes Israel erw\u00e4hlte, ist derselbe Gott, der Christus, den K\u00f6nig, als den Hirten erw\u00e4hlte, der sein Leben f\u00fcr die Schafe gab.<\/p>\n\n\n\n<p>Und das wird dann im Evangelium des Christk\u00f6nigsfestes weiter ausgef\u00fchrt.<br>Da wird uns die Kreuzigungsszene vor Augen gestellt:<br>Sie f\u00fchrt uns nach Golgatha zu drei Kreuzen, an denen drei \u201eVerbrecher\u201c h\u00e4ngen \u2013 dem Tode \u00fcberlassen.<br>Dieser Tod war den Niedrigsten der Niedrigen vorbehalten \u2013 und doch wird er hier als Beweis f\u00fcr die K\u00f6nigsherrschaft Christi festgehalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Zweimal wird Jesus in der Passage als \u201eK\u00f6nig der Juden\u201c bezeichnet. Zweimal wird er \u201eMessias\u201c genannt.<br>All diese Bezeichnungen beziehen sich auf Jesus, w\u00e4hrend er am Kreuz h\u00e4ngt, und sie alle sind als Verh\u00f6hnung seiner Person gedacht.<br>Hier wird uns ein Mann gezeigt, der in Schande und Dem\u00fctigung hingerichtet wird, blutend und geschlagen an einem Kreuz, einer der grausamsten und erniedrigendsten Strafen, die je ersonnen wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber seinem Haupt steht der h\u00f6hnische Spruch: \u201eDies ist der K\u00f6nig der Juden.\u201c <br>In den Augen der Menschen sieht er nicht wie ein K\u00f6nig aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Menschen sehen ihm beim Sterben am Kreuz zu, w\u00e4hrend Anf\u00fchrer, Soldaten und das Volk ihn f\u00fcr einen Betr\u00fcger und Versager halten.<br>Sie stellen ihn auf die Probe:<br>Wenn er wirklich der K\u00f6nig und Messias ist, warum rettet er sich dann nicht selbst und steigt vom Kreuz herab?<\/p>\n\n\n\n<p>Er tut es deshalb nicht, damit wir begreifen, was er von denen erwartet, die er in sein Reich berufen hat.<br>Im Reich Gottes geht es um Dienen, Opfer und Liebe.<\/p>\n\n\n\n<p>Selbst im Sterben am Kreuz reicht Jesus den S\u00fcndern die Hand mit dem Geschenk der Erl\u00f6sung.<br>Dies geschieht, als einer der beiden Verbrecher, der neben Jesus am Kreuz h\u00e4ngt, die Wahrheit \u00fcber Jesus erkennt.<br>Er weist seinen Mitverbrecher zurecht, wendet sich an den, der ihm die letzte Hoffnung geschenkt hat, und fleht: \u201eJesus, gedenke meiner, wenn du in dein Reich kommst.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Und der gekreuzigte K\u00f6nig, der selbst im letzten Augenblick seines Lebens als Retter wirkt, antwortet mitf\u00fchlend: \u201eAmen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der andere Verbrecher hingegen zeigt keinerlei Glauben und verspottet weiter.<br>Was dieser Verbrecher und andere \u2013 die Herrscher und die Soldaten \u2013 nicht begreifen, ist die g\u00f6ttliche Notwendigkeit von Jesu Tod.<br>Sie erkennen nicht, dass er durch seinen Tod am Kreuz die Erl\u00f6sung f\u00fcr all diejenigen bewirkt, die sich nicht selbst erl\u00f6sen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Jesus ist trotz Spott und Beleidigungen wahrhaftig K\u00f6nig und Retter.<br>Er definiert die wahre Bedeutung des K\u00f6nigtums und des Reiches Gottes neu.<br>Es geht nicht um einen Wettstreit der K\u00f6nige, sondern um einen Ausdruck von F\u00fchrung, der im Dienen gipfelt.<br>Er lehnt Macht und St\u00e4rke, Herrschaft und Gewalt als moralische und praktische Grundlage des Lebens ab.<br>Jesus ist wahrhaftig K\u00f6nig, aber nicht so, wie seine Zeitgenossen es sich vorstellten.<\/p>\n\n\n\n<p>Er ist unser K\u00f6nig durch den Weg des Kreuzes, und f\u00fcr uns Gl\u00e4ubige, die wir diese tragische Kreuzigungsszene betrachten, sind die Beschimpfungen gegen Jesus ironisch:<br>Der Gekreuzigte ist all das, was ihm abgesprochen wurde.<br>Wir sollten nicht immun werden gegen den Skandal des Kreuzes, der vielleicht das gr\u00f6\u00dfte Zeichen daf\u00fcr ist, dass unser christlicher Glaube nicht blo\u00df menschliches Denken ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Bild Jesu am Kreuz umschreibt treffend und beredt das wahre Wesen seiner K\u00f6nigsherrschaft.<br>Sie unterscheidet sich grundlegend von der der K\u00f6nige dieser Welt.<br>Christi K\u00f6nigsherrschaft ist ewig, allumfassend und vollkommen.<br>Es ist K\u00f6nigsherrschaft, aber nicht die der Gewalt oder Furcht, sondern die der Kraft der Liebe.<\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb k\u00f6nnen wir uns heute und immer wieder dem gekreuzigten Herrn zuwenden!<br>Er ist unser wahrer K\u00f6nig!<br>Wenden wir uns nicht von ihm ab!<br><br>In unserem Leben ist im Kreuz die Erl\u00f6sung.<br>Es ist der Thron unseres K\u00f6nigs, auf dem er sein Leben f\u00fcr uns gab; seine Krone ist aus Dornen;<br>sein Gewand ist das Blut, das aus den vielen Wunden an seinem ganzen K\u00f6rper flie\u00dft;<br>sein Zepter sind die N\u00e4gel, die seine H\u00e4nde und F\u00fc\u00dfe durchbohrten.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist sehr bezeichnend und sch\u00f6n, dass die Kirche am Ende des Kirchenjahres das Gebet des reuigen Verbrechers wiederholt: \u201eJesus, denk am mich, wenn du in dein Reich kommst\u201c, und vertrauensvoll auf die barmherzige Heilsgewissheit des gekreuzigten K\u00f6nigs h\u00f6rt:<br>\u201eAmen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Das Kirchenjahr endet in Erwartung der Wiederkunft Christi, wenn das B\u00f6se besiegt sein wird und Jesus seine Herrschaft als K\u00f6nig der K\u00f6nige antritt.<br>Christi Reich beginnt in der Gemeinschaft der Menschen, die durch Gottes Gegenwart in ihrem Leben ein neues und anderes Leben f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Feier von Christk\u00f6nig gibt uns die M\u00f6glichkeit, die frohe Botschaft zu verk\u00fcnden, dass seine Wiederkunft Freude statt Furcht, Hoffnung statt Verzweiflung bringt.<br>Wir werden gereinigt und erneuert unserem Gott n\u00e4her kommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Fest Christk\u00f6nig ist f\u00fcr uns Herausforderung und Chance zugleich, uns unserer Berufung in das Reich Gottes bewusst zu werden.<br>Es lebe der K\u00f6nig! Sein Reich komme!<br>Das ist die frohe Botschaft des Christk\u00f6nigsfestes.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eJesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst\u201c<br>\u201eJesus, remember me, when you come into your kingdom.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>liturgische Texte siehe: &gt;hier&lt; 1925 wurde das Fest \u201eChristk\u00f6nig\u201c durch Papst Pius XI. eingef\u00fchrt. 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