{"id":2615,"date":"2025-12-21T15:53:06","date_gmt":"2025-12-21T14:53:06","guid":{"rendered":"http:\/\/chr-gundermann.de\/?p=2615"},"modified":"2025-12-21T15:53:06","modified_gmt":"2025-12-21T14:53:06","slug":"josefs-traum","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/chr-gundermann.de\/?p=2615","title":{"rendered":"Josef\u00b4s Traum"},"content":{"rendered":"\n<p>Die liturgischen Texte finden Sie <a href=\"https:\/\/schott.erzabtei-beuron.de\/advent\/Dez_17_24\/SonntagA.htm?datum=2025-12-21&amp;r=1\">>hier&lt;<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Was sind Ihre Tr\u00e4ume?<br>Wir haben doch alle so unsere Tr\u00e4ume und versuchen sie zu verwirklichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zweifellos hatte auch Josef, der Zimmermann, seine Tr\u00e4ume.<br>Vielleicht davon, viele S\u00f6hne zu haben, die alle erfolgreiche Zimmerleute werden w\u00fcrden, oder die Pal\u00e4ste des Herodes auszustatten.<br>Doch all diese Tr\u00e4ume wurden durch seinen heiligen Traum zunichtegemacht, in dem ihm ein Engel auftr\u00e4gt, Maria, seine schwangere Verlobte, zu heiraten und ihr Kind wie sein eigenes aufzuziehen.<br>Dieser Traum liess all seine kleinen, privaten Tr\u00e4ume in den Hintergrund treten.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist nichts Schlechtes daran, seine Tr\u00e4ume verwirklichen zu wollen.<br>Doch diese Tr\u00e4ume sind alle eher klein und unbedeutend im Vergleich zu Josefs Traum, der davon handelt, in das unendliche Geheimnis von Gottes Liebe zu allen Menschen eingebunden zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Josefs Traum ist Gottes Traum f\u00fcr uns alle.<br>Er handelt von dem Kind, das alle Menschen erl\u00f6sen wird, von Immanuel, Gott mit uns allen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Frage ist also doch:<br>Wollen wir in unseren kleinen, privaten Tr\u00e4umen verharren oder wagen wir es, uns von Gottes heiligem Traum, von einer Liebe jenseits aller Vorstellungskraft, mitreissen zu lassen?<br>Vielleicht hindert uns einfach unser eigener Wunsch daran.<br>Gott sagt zu Ahas in der ersten Lesung: \u201eErbitte dir ein Zeichen vom Herrn, deinem Gott\u201c<br>Doch der wagt es nicht.<br>Er gibt vor, Gott nicht bel\u00e4stigen zu wollen: \u201eIch werde um nichts bitten und den Herrn nicht versuchen.\u201c<br>Es h\u00f6rt sich an, als w\u00fcrde jemandem das Paradies angeboten, er aber entscheidet sich f\u00fcr eine Woche auf Mallorca.<\/p>\n\n\n\n<p>Unser kleiner, privater Traum handelt davon, was <strong><em>wir <\/em><\/strong>erreichen k\u00f6nnen. Er setzt auf <em>unsere eigene<\/em> Kraft und unser Verm\u00f6gen. Der Gedanke ist: \u201eEinfach nur hart arbeiten, dann klappt das schon.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Josefs Traum ist ein reines Geschenk.<br>Es zeigt sich in einem Kind, das uns alles schenkt, wirklich alles.<\/p>\n\n\n\n<p>Josefs heiliger Traum \u00fcbersteigt unser Verst\u00e4ndnis.<br>Es kommt eine Liebe zum Vorschein, die jenseits unserer Vorstellungskraft liegt. Sie scheint mit einer Katastrophe verbunden zu sein.<br>Josef muss sein gepflegtes und geordnetes Leben aufgeben.<br>Er muss eine Frau heiraten, die ein Kind erwartet, das nicht sein eigenes ist.<br>Er wird Schande auf sich nehmen.<br>Und das Kind wird eine Schande f\u00fcr seine Eltern sein, sich mit zwielichtigen Gestalten herumtreiben und ein schreckliches Ende finden.<br>Es klingt eher nach Albtraum als nach sch\u00f6nem Traum. Doch tats\u00e4chlich ist es die wundervollste Geschichte der Liebe.<br>Aber es braucht Zeit, dies zu erkennen.<\/p>\n\n\n\n<p>Liebe kann manchmal wie Ablehnung aussehen. Letztendlich gleicht sie einem Kreuz mit einem Toten daran.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sind eingeladen, dem Herrn zu vertrauen, der sich nichts sehnlicher w\u00fcnscht als unser vollkommenes Gl\u00fcck, auch wenn er dabei manchmal ungew\u00f6hnliche Wege geht.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist der Glaubensgehorsam, von dem Paulus in der zweiten Lesung sprach. Es geht nicht vorrangig darum, Anweisungen zu befolgen. Es geht darum, Schritt f\u00fcr Schritt in das Geheimnis hineingef\u00fchrt zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Schliesslich macht unser kleiner, privater Traum oft Versprechungen, die schlichtweg falsch sind.<br>Ein Traum, der uns immer wieder eingetrichtert wird, sagt etwa: \u201eDu kannst alles werden und schaffen, was du willst. Du musst nur an dich glauben.\u201c<br>Aber so ist es nun mal nicht.<br>Wenn ich nicht den K\u00f6rperbau und die Lunge daf\u00fcr habe, werde ich nie einen Marathon bestreiten, geschweige denn gewinnen.<br>Solch ein Traum bietet eine tr\u00fcgerische Flucht vor unseren Grenzen. <\/p>\n\n\n\n<p>Aber in Gottes heiligem Traum werden wir angenommen, wie wir sind: begrenzt, schwach, sterblich.<br>In Jesus hat Gott uns in all unseren Grenzen angenommen und bietet uns alles an.<\/p>\n\n\n\n<p>Josef, soll das Kind Jesus nennen, \u201eJahwe ist Hilfe\u201c bzw. \u201eGott rettet\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Das feiern wir in der vor uns liegenden Woche.<br>Gott hat sich entschieden, uns nicht im Stich zu lassen.<br>Er ist unsere Hilfe und unsere Rettung!<\/p>\n\n\n\n<p>Vertrauen wir in allem Gottes heiligem Traum, der da heisst \u201eImmanuel &#8211; Gott mit uns.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die liturgischen Texte finden Sie >hier&lt; Was sind Ihre Tr\u00e4ume?Wir haben doch alle so unsere Tr\u00e4ume und versuchen sie zu verwirklichen. 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