Das erfolglose Boot

Als Jesus seine Rede beendet hatte, sagte er zu Simon: Fahr hinaus auf den See! Dort werft eure Netze zum Fang aus! Simon antwortete ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen. Doch wenn du es sagst, werde ich die Netze auswerfen. Das taten sie, und sie fingen eine so große Menge Fische, dass ihre Netze zu reißen drohten. Deshalb winkten sie ihren Gefährten im anderen Boot, sie sollten kommen und ihnen helfen. Sie kamen, und gemeinsam füllten sie beide Boote bis zum Rand, so dass sie fast untergingen. Als Simon Petrus das sah, fiel er Jesus zu Füßen und sagte: Herr, geh weg von mir; ich bin ein Sünder. (Lk 5,4-8)

Warum steigt Jesus gerade in das „erfolglose“ Boot des Petrus?
Es gab doch sicher dort auch andere „erfolgreichere“, stolzere und repräsentativere Boote als Alternative.
Aber Erfolg ist hier offensichtlich nicht das oberste Auswahlkriterium Jesu
Er sucht Menschen, die bereit sind, ganz auf ihn zu vertrauen, die auf die Kraft und Gnade Gottes setzen und von ihr alles erwarten. Hier trifft wohl auch das geflügelte Wort, dass Erfolg keiner der Namen Gottes ist.
Die Worte Gnade, Erbarmen, Liebe kommen da Gott und der Beschreibung seines Wirkens wohl schon näher.
Wir dürfen Jesus und damit Gott (wieder) in das Boot unseres Lebens hineinlassen.
Wenn wir dann im Angesicht seiner Größe erschrecken, dürfen wir im gleichen Augenblick von seiner Gnade, seinem Erbarmen, seiner Liebe alles erhoffen.

Provozierend…

In jener Zeit begann Jesus in der Synagoge in Nazareth darzulegen: Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt. Seine Rede fand bei allen Beifall; sie staunten darüber, wie begnadet er redete, und sagten: Ist das nicht der Sohn Josefs?
Da entgegnete er ihnen: Sicher werdet ihr mir das Sprichwort vorhalten: Arzt, heile dich selbst! Wenn du in Kafarnaum so große Dinge getan hast, wie wir gehört haben, dann tu sie auch hier in deiner Heimat!
Und er setzte hinzu: Amen, das sage ich euch: Kein Prophet wird in seiner Heimat anerkannt. wahrhaftig, das sage ich euch: In Israel gab es viele Witwen in den Tagen des Elija, als der Himmel für drei Jahre und sechs Monate verschlossen war und eine große Hungersnot über das ganze Land kam. Aber zu keiner von ihnen wurde Elija gesandt, nur zu einer Witwe in Sarepta bei Sidon. Und viele Aussätzige gab es in Israel zur Zeit des Propheten Elischa. Aber keiner von ihnen wurde geheilt, nur der Syrer Naaman. Als die Leute in der Synagoge das hörten, gerieten sie alle in Wut. Sie sprangen auf und trieben Jesus zur Stadt hinaus; sie brachten ihn an den Abhang des Berges, auf dem ihre Stadt erbaut war, und wollten ihn hinabstürzen. Er aber schritt mitten durch die Menge hindurch und ging weg. (Lk 4,2130)

Da provoziert Jesus die Juden in der Synagoge aber heftig. Verständlich, dass sie aufbrausen, dass sie in Rage geraten, ihn an den Rand drängen und am liebsten zum Absturz bringen wollen. Denn sie sind gläubige Menschen und kennen sich in der Schrift aus. Und da kommt er, der den sie doch schon seit Jahren kennen, den dessen Herkunft sie zu kennen glauben und bietet ihnen neue Einsichten an. Das muss herausfordern, das kann überfordern.
Kann auch uns das Wort Gottes noch provozieren, herausfordern und manchmal gar überfordern?
Mir scheint, dass es diese Kraft oftmals verloren hat, weil Glaube verkümmert, verdunstet, oder einfach verloren gegangen ist. Das Wort Gottes, na und? Das ist etwas für den Sonntag und für den Kirchraum!
Aber Glaube ist eben nicht etwas, das noch so dazu kommt, das man sonntags mal rausholt und in der Woche dann wieder zur Seite legt.
Wenn ich aus der Bibel, aus der Geschichte Gottes mit seinem Volk weiß, wie sehr Gott sich um sein Volk sorgt, wenn es zu ihm ruft, dann ist es mir keine Last zu beten, sondern dann weiß ich, wenn ich zu Gott rufe, dann hört er mich und handelt !!
Wenn ich weiß, Gott liebt mich und schaut mich wertschätzend an, dann können andere Menschen an mir rauf und runter schauen, mich taxieren und in ihre Schubladen der (Vor-) Urteile einsortieren. Was soll´s? Was ist das gegen den liebenden Blick Gottes und sein stärkendes Wort?
Das Einzige, was mich dann noch provozieren kann sind Worte Jesu. Wenn mich seine Worte nicht mehr provozieren, dann gehe ich Ihnen nicht mehr nach und entdecke auch nicht, dass Gott auch die nicht aus dem Blick verliert, die eine neue Chance brauchen.
Und wie oft brauche auch ich selber diese neue Chance!
Wir brauchen keine perfekten Menschen zu sein, aber wir müssen mit ihm rechnen, uns ihm anvertrauen, auf ihn schauen, uns von ihm herausfordern lassen, dann gehören wir zu seinem Volk und er führt uns zur Heiligkeit.

Ganz persönlich

Nun habe auch ich mich entschlossen, allem von Grund auf sorgfältig nachzugehen, um es für dich, hochverehrter Theophilus, der Reihe nach aufzuschreiben. So kannst du dich von der Zuverlässigkeit der Lehre überzeugen, in der du unterwiesen wurdest. (Lk 1,3-4)

Das Wort Gottes ist keine Massendrucksache an irgendwen, es ist ein ganz persönliches Wort: „für dich, hochverehrter Theophilus“ – Also ein ganz konkreter Adressat, für den sich Lukas die Mühe macht, das Leben Jesu aufzuschreiben und darüber zu berichten.
Wenn wir diese Stelle im Evangelium lesen, dann wissen wir zu einem, dass hier kein Phantast eine ersonnene Geschichte niederschreibt, sondern ein der Historie und dem Leben und Wort Jesu verpflichteter akribisch berichtet. Und zum anderen wird deutlich, dass alles nicht im luftleeren Raum geschieht, sondern sich an einen ganz konkreten Adressaten wendet.
Wir dürfen als heutige Hörer dieses Evangeliums auch ruhig unseren eigenen Namen anstelle des „Theophilus“ einsetzen. Wir, die wir uns selbst als Freunde Jesu empfinden dürfen, können uns von der Zuverlässigkeit der Lehre überzeugen, in der wir unterwiesen wurden.
Lukas hat das alles für mich persönlich zusammengestellt, für mich persönlich Zeit, Mühe und Liebe aufgewendet, um mich mit dieser Frohen Botschaft in Berührung zu bringen:
Hier wird mir ein ganz persönliches Wort der Wertschätzung zugesprochen, das mich erreichen und mich bewegen will. Es will für mich zur Frohen Botschaft werden.

Fordert Gott zu viel?

Um Zions willen kann ich nicht schweigen, um Jerusalems willen nicht still sein, bis das Recht in ihm aufstrahlt wie ein helles Licht und sein Heil aufleuchtet wie eine brennende Fackel. Dann sehen die Völker deine Gerechtigkeit und alle Könige deine strahlende Pracht. Man ruft dich mit einem neuen Namen, den der Mund des Herrn für dich bestimmt. (Jes 62,1-2)

„Gott fordert zu viel von mir. Das bin ich nicht bereit zu leisten. Das kann oder will ich ihm nicht geben.“ Das sind manchmal die spontanen Reaktionen auf das Wort Gottes, das ja auch immer wieder fordernd und herausfordernd sein kann. Und dahinter steht der Gedanke, das Gott etwas von mir will und unausgesprochen auch immer die Vorstellung Gott wolle etwas von uns für sich.
Aber Gott will nichts für sich. Das sagt Jesaja ganz unmissverständlich: „Um Zions willen kann ich nicht schweigen, um Jerusalems willen nicht still sein, bis das Recht in ihm aufstrahlt wie ein helles Licht und sein Heil aufleuchtet wie eine brennende Fackel.“ (Jes 62,1)
„Um Jerusalems willen“, also um der Menschen willen, um unseretwillen. Es geht Gott bei seiner Wegweisung nicht um sich. Es geht ihm um uns! Gott will nichts für sich!
Er will uns hilfreich sein, er will unser Leben erleichtern, er will unser Leben zu einem geglückten und lebenswerten Leben werden lassen. Gott will die Fülle des Lebens und zwar für uns Menschen.
Was sind wir bereit, dafür zu investieren?

Fatimawallfahrt 25. – 30.09.2019

Im Blick auf Maria lade ich Sie herzlich ein, bei der Wallfahrt des Pastoralen Raumes Lennestadt nach Fatima in der krisenhaften Situation unserer Kirche und vieler Glaubender, den Durchblick auf Gott neu zu gewinnen. Gemeinsames Gebet, die tägliche Feier der Eucharistie, das Rosenkranzgebet, biblische Meditation sowie die Beschäftigung mit der Botschaft von Fatima und der persönlichen Umkehr zu Gott werden daher wesentliche Elemente dieser Wallfahrt sein.
Die Wallfahrt findet statt vom 25. – 30.09.2019 als 6-tägige Flugreise. Außer Fatima werden wir in den Tagen Aljustrel (Geburtsort der Seherkinder), Tomar (ehem. Zentralkloster der Christusritter) Batalha (ehem. Dominikanerkloster), Alcobaca (ehem. Zisterzienserkloster) und Nazaré (malerischer Fischerort und Marienwallfahrtsort) besuchen. Am Sonntag nehmen wir an der internationalen Eucharistiefeier auf dem großen Wallfahrtsplatz teil. Jeden Tag besteht die Möglichkeit zur Teilnahme am abendlichen internationalen Rosenkranzgebet und der Lichterprozession.
Unsere Unterbringung wird im zentral zum Heiligtum gelegenen 3*-Hotel Domus Pacis sein, dem Sitz des Internationalen Fatimaapostolates. Das Haus verfügt über 2 Kapellen.

Weitere Infos finden Sie >hier<
Die Anmeldeunterlagen erhalten Sie >hier<

Der Himmel ist offen

In jener Zeit war das Volk voll Erwartung, und alle überlegten im Stillen, ob Johannes nicht vielleicht selbst der Messias sei. Doch Johannes gab ihnen allen zur Antwort: Ich taufe euch nur mit Wasser. Es kommt aber einer, der stärker ist als ich, und ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe aufzuschnüren. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.
Zusammen mit dem ganzen Volk ließ auch Jesus sich taufen. Und während er betete, öffnete sich der Himmel, und der Heilige Geist kam sichtbar in Gestalt einer Taube auf ihn herab, und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden. (Lk 3, 15-16.21-22)

„Das ganze Volk war voller Erwartung!“
Zahlreiche Menschen zogen damals zu Johannes dem Täufer an den Jordan. Sie kamen von überall her, weil sie offenbar spürten, dass hier einer mit Vollmacht, Kraft und Gewissheit predigte. Er war überzeugt von seiner Sache und seine Sache war nichts Anderes als Gott. Er rief zur Hinwendung zu Gott. Er rief zur Umkehr. Er redete seinen Zeitgenossen ins Gewissen und sie ließen sich davon anrühren. Es betraf sie. Es betraf sie so sehr, dass sie sich fragten, ob Johannes vielleicht selbst der lang erwartete Messias sei.
Wie ist das eigentlich bei uns? Sind wir voller Erwartung? In Bezug auf Gott und sein Handeln in unserer Welt und Zeit, in unserem ganz persönlichen Leben.
Erwarten wir noch was von Gott?
Etwa beim Besuch der heiligen Messe – sind wir da voller Erwartung?
Dass Gott uns trifft, dass er uns anspricht?
Haben wir ein brennendes Herz? Eine brennende Erwartung, dass Gott selbst uns ganz persönlich anspricht, dass Gott etwas an uns tut, dass für uns der Himmel offen ist?

Ein echter Star

Nach diesen Worten des Königs (Herodes) machten sie (die Sterndeuter aus dem Osten) sich auf den Weg. Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen. Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt. Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar. (Mt 2,9-11)

Die Stars unserer Zeit sonnen sich gerne im eigenen Licht, in ihrem Ruhm, Reichtum, Glanz und Glamour. Und die, die sie bewundern müssen dankbar, wenn ein kleiner Lichtschein dieses Glanzes auf sie „abfällt“.
Wie anders ist da der Star, den die Weisen gefunden haben. Er sonnt sich nicht in Glanz und Glamour, ist nicht im Kreise der Reichen und Schönen, in den Palästen zu finden. Er begnügt sich mit einer Krippe und bescheidensten Verhältnissen. Sein einziges Bestreben ist es, Licht für andere zu schenken.
Dieses Licht, das Jesus schenkt leuchtet auf, indem diejenigen, die ihn gefunden haben, entdecken:
Gott ist mitten in meinem Leben da: in den Alltäglichkeiten, den Freuden, den Sorgen…
Jesus ist wahrer Heiland, er will Heil und Glanz für die, die ihm begegnen.
Diesem Star kann man getrost nacheifern, seinen „Lebensstil“ übernehmen, in der Liebe zu Gott und den Menschen.
Darum stellt sich immer wieder die Frage:
Wie kann ich Licht bringen in unsere Welt?
Wofür bin ich bereit, Geld, Zeit, Engagement zu investieren?