Provozierend…

In jener Zeit begann Jesus in der Synagoge in Nazareth darzulegen: Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt. Seine Rede fand bei allen Beifall; sie staunten darüber, wie begnadet er redete, und sagten: Ist das nicht der Sohn Josefs?
Da entgegnete er ihnen: Sicher werdet ihr mir das Sprichwort vorhalten: Arzt, heile dich selbst! Wenn du in Kafarnaum so große Dinge getan hast, wie wir gehört haben, dann tu sie auch hier in deiner Heimat!
Und er setzte hinzu: Amen, das sage ich euch: Kein Prophet wird in seiner Heimat anerkannt. wahrhaftig, das sage ich euch: In Israel gab es viele Witwen in den Tagen des Elija, als der Himmel für drei Jahre und sechs Monate verschlossen war und eine große Hungersnot über das ganze Land kam. Aber zu keiner von ihnen wurde Elija gesandt, nur zu einer Witwe in Sarepta bei Sidon. Und viele Aussätzige gab es in Israel zur Zeit des Propheten Elischa. Aber keiner von ihnen wurde geheilt, nur der Syrer Naaman. Als die Leute in der Synagoge das hörten, gerieten sie alle in Wut. Sie sprangen auf und trieben Jesus zur Stadt hinaus; sie brachten ihn an den Abhang des Berges, auf dem ihre Stadt erbaut war, und wollten ihn hinabstürzen. Er aber schritt mitten durch die Menge hindurch und ging weg. (Lk 4,2130)

Da provoziert Jesus die Juden in der Synagoge aber heftig. Verständlich, dass sie aufbrausen, dass sie in Rage geraten, ihn an den Rand drängen und am liebsten zum Absturz bringen wollen. Denn sie sind gläubige Menschen und kennen sich in der Schrift aus. Und da kommt er, der den sie doch schon seit Jahren kennen, den dessen Herkunft sie zu kennen glauben und bietet ihnen neue Einsichten an. Das muss herausfordern, das kann überfordern.
Kann auch uns das Wort Gottes noch provozieren, herausfordern und manchmal gar überfordern?
Mir scheint, dass es diese Kraft oftmals verloren hat, weil Glaube verkümmert, verdunstet, oder einfach verloren gegangen ist. Das Wort Gottes, na und? Das ist etwas für den Sonntag und für den Kirchraum!
Aber Glaube ist eben nicht etwas, das noch so dazu kommt, das man sonntags mal rausholt und in der Woche dann wieder zur Seite legt.
Wenn ich aus der Bibel, aus der Geschichte Gottes mit seinem Volk weiß, wie sehr Gott sich um sein Volk sorgt, wenn es zu ihm ruft, dann ist es mir keine Last zu beten, sondern dann weiß ich, wenn ich zu Gott rufe, dann hört er mich und handelt !!
Wenn ich weiß, Gott liebt mich und schaut mich wertschätzend an, dann können andere Menschen an mir rauf und runter schauen, mich taxieren und in ihre Schubladen der (Vor-) Urteile einsortieren. Was soll´s? Was ist das gegen den liebenden Blick Gottes und sein stärkendes Wort?
Das Einzige, was mich dann noch provozieren kann sind Worte Jesu. Wenn mich seine Worte nicht mehr provozieren, dann gehe ich Ihnen nicht mehr nach und entdecke auch nicht, dass Gott auch die nicht aus dem Blick verliert, die eine neue Chance brauchen.
Und wie oft brauche auch ich selber diese neue Chance!
Wir brauchen keine perfekten Menschen zu sein, aber wir müssen mit ihm rechnen, uns ihm anvertrauen, auf ihn schauen, uns von ihm herausfordern lassen, dann gehören wir zu seinem Volk und er führt uns zur Heiligkeit.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.