Mit Christus auferweckt!

Seid ihr nun mit Christus auferweckt, so strebt nach dem, was oben ist, wo Christus zur Rechten Gottes sitzt! Richtet euren Sinn auf das, was oben ist, nicht auf das Irdische! Denn ihr seid gestorben und euer Leben ist mit Christus verborgen in Gott. Wenn Christus, unser Leben, offenbar wird, dann werdet auch ihr mit ihm offenbar werden in Herrlichkeit. (Kol 3,1-4)

Sollen wir also aus der „Welt“ fliehen, die Welt missachten? Ist alles, was diese Welt bietet nichts wert?
Ganz und gar nicht! Diese Welt ist schön, das erfahren wir im Sommer, in der Urlaubszeit, in der es darum geht, die Freude und Gelassenheit neu zu entdecken doch in besonderer Weise.
Diese Welt ist schön! Das gilt es zu sehen und zu genießen. Weltflucht ist fehl am Platz. Genauso aber auch ein „Sich-Verlieren“ an diese Welt! Diese Welt ist nicht das Einzige! Wir dürfen uns nicht an sie klammern.

Daran erinnert der hl. Paulus wenn er sagt: „Richtet euren Sinn auf das, was oben ist, nicht auf das Irdische!“ (Kol 3,2)
Wir sind getauft und damit in die Wirklichkeit Gottes hineingenommen. Wir schauen weiter als nur bis an die Grenze unserer Vernunft und dieser Welt. „Seid ihr nun mit Christus auferweckt, so strebt nach dem, was oben ist, wo Christus zur Rechten Gottes sitzt!“

Taufe ist auferweckt sein mit Christus, aber nicht schon vollendet. Daher: „weiter streben nach dem was oben ist“. Wir sind nicht im Himmel, sondern noch auf Erden, aber in der Taufe ist etwas Neues geschehen, das wir wirksam werden lassen müssen im Alltag.

Wir dürfen unser Denken, Reden und Tun schon unter der Perspektive des „Himmels“ sehen, sozusagen mit dem Blick auf Christus, der zur Rechten des Vaters sitzt.
Daher gilt es sich immer wieder und immer weiter intensiv um die Nachfolge Christi zu mühen, denn Christ-Sein ist nie fertig, es braucht Mühe. Scheuen wir sie nicht!

Unsere Heimat ist im Himmel!

Unsere Heimat ist im Himmel. Von dorther erwarten wir auch Jesus Christus, den Herrn, als Retter, der unseren armseligen Leib verwandeln wird in die Gestalt seines verherrlichten Leibes, in der Kraft, mit der er sich alles unterwerfen kann. Darum, meine geliebten Brüder, nach denen ich mich sehne, meine Freude und mein Ehrenkranz, steht fest in der Gemeinschaft mit dem Herrn, liebe Brüder. (Phil 3, 20 – 4, 1)

Paulus schreibt: „Unsere Heimat ist im Himmel“.
Wir stehen zwar mit beiden Beinen auf dieser Welt.
Aber unsere Verwurzelung haben wir nicht in dieser Welt, nicht in dieser Kirche, in der so viele Sünder zu finden sind.
Nein, unsere Verwurzelung haben wir im Himmel!
Und wer dort seine Verwurzelung hat, der kommt nicht ins Wanken, wenn die Stürme des Lebens kommen, wenn Wirren unsere Kirche hin- und herzerren, wenn der Glaubenszweifel an uns nagt.
Kennzeichen eines solchen Menschen, der seine „Heimat im Himmel“ hat, ist der Hinweis des Paulus:
„Von dorther erwarten wir auch Jesus Christus, den Herrn, unseren Retter“.
Es sind Menschen, die eine lebendige Erwartung des wiederkommenden Herrn haben und nicht ängstlich alles Mögliche erwarten, was wohl noch auf sie zukommt.
„Er wird unseren armseligen Leib verwandeln in die Gestalt seines verherrlichten Leibes.“
Ja, es ist hier oft ein Leben in „Armseligkeit des Leibes“.
Auch Jesus selbst ist diesen armseligen Weg gegangen.
Er musste den Weg des Kreuzes zu Ende gehen.
Aber ganz am Ende steht die Herrlichkeit der Auferstehung.
„Darum, meine geliebten Brüder, nach denen ich mich sehne, meine Freude und mein Ehrenkranz, steht fest im der Gemeinschaft mit dem Herrn.“

Der Himmel ist offen

In jener Zeit war das Volk voll Erwartung, und alle überlegten im Stillen, ob Johannes nicht vielleicht selbst der Messias sei. Doch Johannes gab ihnen allen zur Antwort: Ich taufe euch nur mit Wasser. Es kommt aber einer, der stärker ist als ich, und ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe aufzuschnüren. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.
Zusammen mit dem ganzen Volk ließ auch Jesus sich taufen. Und während er betete, öffnete sich der Himmel, und der Heilige Geist kam sichtbar in Gestalt einer Taube auf ihn herab, und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden. (Lk 3, 15-16.21-22)

„Das ganze Volk war voller Erwartung!“
Zahlreiche Menschen zogen damals zu Johannes dem Täufer an den Jordan. Sie kamen von überall her, weil sie offenbar spürten, dass hier einer mit Vollmacht, Kraft und Gewissheit predigte. Er war überzeugt von seiner Sache und seine Sache war nichts Anderes als Gott. Er rief zur Hinwendung zu Gott. Er rief zur Umkehr. Er redete seinen Zeitgenossen ins Gewissen und sie ließen sich davon anrühren. Es betraf sie. Es betraf sie so sehr, dass sie sich fragten, ob Johannes vielleicht selbst der lang erwartete Messias sei.
Wie ist das eigentlich bei uns? Sind wir voller Erwartung? In Bezug auf Gott und sein Handeln in unserer Welt und Zeit, in unserem ganz persönlichen Leben.
Erwarten wir noch was von Gott?
Etwa beim Besuch der heiligen Messe – sind wir da voller Erwartung?
Dass Gott uns trifft, dass er uns anspricht?
Haben wir ein brennendes Herz? Eine brennende Erwartung, dass Gott selbst uns ganz persönlich anspricht, dass Gott etwas an uns tut, dass für uns der Himmel offen ist?