Uns wird was blühen…

In jener Zeit hörte Johannes im Gefängnis von den Taten Christi. Da schickte er seine Jünger zu ihm und ließ ihn fragen: Bist du der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen andern warten? Jesus antwortete ihnen: Geht und berichtet Johannes, was ihr hört und seht: Blinde sehen wieder, und Lahme gehen; Aussätzige werden rein, und Taube hören; Tote stehen auf, und den Armen wird das Evangelium verkündet. Selig ist, wer an mir keinen Anstoß nimmt. (Mt 11,2-6)

Euch wird was blühen! – Uns wird was blühen!
Eine Botschaft, die wir heute jeden Tag hören, die uns geradezu eingehämmert wird.
Denn es gibt nur allzu viele Unheilspropheten, die die Ängste der Menschen schüren – von Altersarmut und -vereinsamung bis zu Naturkatastrophen, Klimakatastrophe, Einwanderungschaos, Bildungsnotstand…
Man schlage nur die Zeitung auf oder schaue in seine Timeline.
Da kann einem angst und bange werden.
Aber auch darüber hinaus sind uns Wüstensituationen vertraut, kennen wir Wüstenzeiten.
Die Partnerschaft, die zerbrochen ist,
die Familie, die leidet, weil Krankheit aufgetreten ist;
die Trauernden, die über den Tod eines geliebten Menschen nicht hinwegkommen,
die Kinder, die unter fehlender Geborgenheit in der Familie leiden.
Es gibt so viele Wüstensituationen, so viele Wüstenzeiten.
Die Botschaft des Gaudete-Sonntages ruft uns geradezu lauthals zu:
Eure Situation mag euch vielleicht an der ein oder anderen Stelle ausweglos erscheinen – aber es gibt einen Weg.
Ihr mögt verzweifelt sein – aber es gibt Hoffnung.
Ihr mögt resignieren – aber es gibt Zuversicht.
Denn euer Gott wird kommen und er ist schon da.
Mitten unter euch steht er. Vielleicht erkennt ihr ihn nicht, vielleicht müsst auch ihr fragen:
Bist du es, der da kommen soll oder müssen wir auf einen anderen warten?
Auch wir als Christen erleben Wüstenzeiten, auch wenn wir schon so oft Gottes Zusage gehört haben:
Ich bin bei euch.
Auch wir als Christen dürfen fragen.
Aber wir dürfen eben nicht ins Leere hineinfragen, in Scheinversprechen und in Richtung heutiger leerer (Un-) Heilsversprechen, in nichtssagende Sprechblasen hinein, sondern zu Gott hin.
Ich wünsche uns, dass wir unseren Gott immer wieder als Leben spendenden Gott erfahren dürfen – gerade in Wüstensituationen.
Ich wünsche uns, dass wir einander Zeugen des rettenden Handelns unseres Gottes sind – gerade in Wüstensituationen.
Ich wünsche uns, dass wir Gott immer wieder entdecken, in diesem kleinen Stück Brot, in dem er uns in der Eucharistie begegnet, und in dem er uns mit seiner Kraft stärken will,
in dem er unsere schlaffen Hände stärken und unsere wankenden Knie festigen will.
Ich wünsche uns, dass wir uns immer wieder von seiner barmherzigen Liebe im Sakrament der Versöhnung aufrichten lassen, in dem der unsere Verzagtheit in Stärke und unsere Furcht in Zuversicht wandeln will.
Und ich wünsche uns die Freude an der Frohen Botschaft:
Euch wird was blühen – ein Leben in Fülle, schon hier auf dieser Erde und am Ende des Advents unseres Lebens.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.