Was ist Hülle – Was ist Kern?

Als Johannes (der Täufer) sah, dass viele Pharisäer und Sadduzäer zur Taufe kamen, sagte er zu ihnen: Ihr Schlangenbrut, wer hat euch denn gelehrt, dass ihr dem kommenden Gericht entrinnen könnt? Bringt Frucht hervor, die eure Umkehr zeigt, und meint nicht, ihr könntet sagen: Wir haben ja Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott kann aus diesen Steinen Kinder Abrahams machen. Schon ist die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt; jeder Baum, der keine gute Frucht hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen. Ich taufe euch nur mit Wasser (zum Zeichen) der Umkehr. Der aber, der nach mir kommt, ist stärker als ich, und ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe auszuziehen. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. Schon hält er die Schaufel in der Hand; er wird die Spreu vom Weizen trennen und den Weizen in seine Scheune bringen; die Spreu aber wird er in nie erlöschendem Feuer verbrennen. (Mt 3,7-12)

Mit diesem Bild ist unser Leben gemeint;
es geht um die Frage, ob sich mein Leben eher mit der Spreu oder mit dem Weizen vergleichen lässt.
Es geht um die Frage:
Was bleibt von meinem Leben?
Was ist der Kern, und was wird als nutzlose Hülle wie Spreu weggeblasen?
Es geht nicht darum, den 50. Weihnachtsmarkt besucht zu haben, es geht nicht darum, den schönsten Hausschmuck aufgehängt zu haben, die wirkungsvollste LED-Beleuchtung installiert zu haben, die romantischste Stimmung erzeugt zu haben…
Auf etwas Anderes kommt es an, auf den Kern, und der heißt im Advent: Umkehr.
Umkehren – das bedeutet hier:
Nicht bei der Spreu, nicht bei der Hülle bleiben, sondern sich dem zuwenden, was der Kern des Lebens ist;
Umkehren bedeutet:
den Weg nach innen anzutreten, durch Einkehr auf den Kern kommen.
Wer das vernachlässigt und immer von einer Aufgabe zur anderen eilt, der läuft Gefahr, den inneren Kern verkümmern zu lassen, oder, mit dem anderen Bild des Evangeliums gesagt:
Er hat selber schon die Axt an seine Wurzeln gelegt; er hat sich selbst aufgegeben.
Wer im Gegensatz dazu den Weg nach innen wagt, der wird nicht nur sich selbst finden, sondern er bereitet zugleich den Weg für den Herrn, und das ist entscheidend.
Denn auch der Herr will ins Innere des Menschen kommen; er will auf den Kern unseres Lebens treffen, damit er uns von innen her reinigen und heilen kann.
Es wäre schade, wenn wir uns nach den Weihnachtsfeiertagen sagen müssten, es sei alles wieder vorbei; es sei alles nur Spreu, alles nur ein Drum-Herum gewesen.
Wir wollen uns also nicht mit der Hülle begnügen, sondern auf den Kern kommen.

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