Eucharistie – Nur Symbol oder doch mehr?

Für viele Gläubige ist die Eucharistiefeier heute nur noch eine Symbolhandlung. Die Eucharistie wird vielfach nur als ein Symbol für Christus angesehen und die hl. Messe lediglich als eine Zusammenkunft von Gleichgesinnten, die sich versammeln, um des Lebens Christi zu gedenken.

Das ist aber nur ein sehr oberflächliches Erkennen, dessen, was sich in der Eucharistiefeier vollzieht.
Das, was sich dort auf dem Altar vollzieht, Christus, der sich unter der Gestalt des Brotes und des Weines gegenwärtig setzt und den die Gläubigen sowohl in ihren Leib, als auch in ihre Seele aufnehmen dürfen, ist viel geheimnisvoller, schöner und tiefer.
Blickt man tiefer, auf das, was die Eucharistiefeier im eigentlichen Sinn ist: heiliges Mahl, Opfer und Realpräsenz – dann kann man die tiefe Wahrheit erkennen, die aus den Worten Jesu beim Letzten Abendmahl spricht und entspringt: „Nehmt und esst, das ist mein Leib … Nehmet und trinket alle daraus, das ist mein Blut, das Blut des neuen und ewigen Bundes.”
Wir sind nicht nur eingeladen, Jesu zu gedenken oder uns an seinem Vorbild auszurichten; wir sind eingeladen zur Gnade der Kommunion, zur Gemeinschaft mit Gott und untereinander – und letztendlich zum Reich Gottes – indem wir ihn selbst essen und trinken, der sich uns als Opfer darbringt.

Am Tisch der Gnade

„Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben. (Joh 6,35)

Was Gott von Anfang an gewollt hat, ist, sich mit den Menschen, die er geschaffen hat, zu einem festlichen Mahl zusammenzusetzen, das Leben und das Lachen zu teilen, zu geben, zu empfangen und wieder zurückzugeben. Dies sind die Gnaden die gegenseitig geschenkt werden. Je mehr wir das göttliche Leben empfangen, desto mehr sollten wir es verschenken und es dadurch vermehrt empfangen. Im gesamten Alten Testament finden wir Bilder des heiligen Mahles. Gott möchte sein Leben mit uns teilen.
Im Neuen Testament kommt dies kommt bei der Eucharistie zum vollsten Ausdruck, gelangt zu seiner größten Tiefe, wenn Jesus das Brot und den Wein in sein Fleisch und sein Blut verwandelt und uns alle einlädt, an diesem Tisch das Leben zu feiern und zu teilen, zu geben und zu empfangen.

Nahrung für die Reise des Glaubenden

Wir kennen wohl alle das Evangelium von der Brotvermehrung. (Joh 6,1-15)
Es ist die einzige Wundererzählung, die in allen vier Evangelien erwähnt wird.
Diese Szene hat die ersten Christen offenbar tief bewegt.
Jesus weist seine Jünger an, dass die Menschen sich ins Gras setzen sollen. Er nimmt die fünf Brote und die 2 Fische und sättigt damit die enorme Menge von Menschen.
Hungrige, müde, erschöpfte, von ihren Anstrengungen ausgelaugte Menschen. Ihnen gibt Jesus die Nahrung für den Tag.
Für uns ist es ein schönes und bedeutsames Bild für die Eucharistie.
Sie ist Nahrung für die Reise des Glaubenden.
Die Taufe hat uns zu Söhnen und Töchtern Gottes gemacht.
Die Firmung bekräftigt und vertieft diese Zugehörigkeit.
Die sakramentale Ehe und die heiligen Weihen bestärken uns weiter in unserer Berufung.
Diese Sakramente werden uns an den Wendepunkten und in den Schlüsselmomenten unseres Lebens angeboten werden.
Und dann ist da die Eucharistie.
Sie kann regelmäßige, ja tägliche Stärkung und Nahrung sein, um uns durch den Alltag zu bringen.
Auch im geistlichen Leben braucht es Stärkung!
Wir müssen essen und trinken, sonst fehlt uns die Kraft!