„Christus ist für uns geboren.“

Die liturgischen Texte finden Sie >hier<

Jedes Jahr können wir etwas mehr über Jesus und die Bedeutung seiner Geburt für unsere Welt lernen.

Christus ist für uns geboren.
Mit Jesu Geburt veränderte sich die Welt grundlegend – doch diese Veränderung erkennen wir nur mit den Augen des Glaubens.
Für einen Menschen ohne Glauben sieht alles so aus wie zuvor.
Was geschehen ist, ist lediglich die Entstehung einer großen Religion, des Christentums.

Das sieht der Prophet Jesaja ganz anders, wenn er geradezu besingt:
„Ein Kind wurde uns geboren,
ein Sohn wurde uns geschenkt.
Die Herrschaft wurde auf seine Schulter gelegt.
Man rief seinen Namen aus:
Wunderbarer Ratgeber, Starker Gott,
Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens.“

Unsere jüdischen Vorfahren, zumindest einige von ihnen, sehnten sich nach einem Messias.
Sie wollten, dass jemand käme und sie von der Knechtschaft des Römischen Reiches befreite.
Andere suchten einen persönlichen Erlöser.
Johannes der Täufer, der uns im Advent in vielen Texten begleitet hat, verkündet einen persönlichen Erlöser, jemanden, der von Sünden befreit.

In der Weihnachtszeit begegnet uns diese doppelte Perspektive:
die Erlösung für mich persönlich und die Erlösung für die Menschen, die ich liebe, und für die Welt, die ich liebe.

„Christus ist für uns geboren.“
Dieser Satz drückt sowohl die persönliche Erlösung als auch die Erlösung unserer Welt aus.

Auch der Apostel Paulus betont das in seinem Brief an Titus.
„Die Gnade Gottes ist erscheinen, um alle Menschen zu retten.“ So formuliert er.

Und das Evangelium dieser geweihten Nacht berichtet feierlich davon, dass der Engel, den Hirten, die in Furcht geraten, wegen dieser überwältigenden Ereignisse ermutigend zuspricht: „Fürchtet euch nicht,
denn siehe, ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteilwerden soll:
Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Christus, der Herr.“
Und das himmlische Herr, das hinzutritt bricht in Jubel aus über Gott, der so heilvoll und notwendend handelt: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seines Wohlgefallens.“

In dem Kind in der Krippe, in Jesus hat sich die letztgültige und tiefste Offenbarung darüber ereignet, wer Gott ist. In Christus wird Gott als Mensch sichtbar und erfahrbar.
Wer Jesus sieht, sieht den Vater.
Wer Jesus verstehen lernt, vor allem mit dem Herzen verstehen lernt, der lernt immer mehr verstehen, wer Gott ist; und besonders auch:
Wer Gott zum Menschen hin ist: ein liebender Vater, der in seiner Liebe bereit ist, bis zum Äußersten zu gehen.
Gott tut dies, um den Menschen, der sich von ihm entfernt hat, wieder in die Gottesfamilie zurückzulieben.

Mit Jesus wird Gott Mensch, damit der Mensch neu in Gottes Nähe kommt – und Anteil bekommt an der Liebesgemeinschaft von Vater und Sohn im Heiligen Geist.

Das bedeutet aber zugleich:
In Jesus wird uns nicht nur offenbart, wer Gott ist, sondern in derselben Tiefe wird uns zugleich gezeigt, wer der Mensch ist, wie der Mensch sein kann – und wozu der Mensch da ist.
In Jesus offenbart Gott sich selbst und zugleich damit das tiefste Geheimnis des Menschseins.

Und natürlich geht es dabei um Liebe.
Wir sind für die Liebe geschaffen, für die Hingabe an Gott und die Mitmenschen.
In Jesu Liebe kommt Gottes Liebe zu uns am radikalsten zum Vorschein.
Sie führt in die größere Freude, sie schenkt immer neue Hoffnung und öffnet den Himmel – weil sie spürt, dass in Jesus der Himmel schon in diese Welt und in mein Menschenherz gekommen ist.

In unserer Gesellschaft der Macher und der Erfolge, des Profits um jeden Preis, fällt es uns schwer zu erkennen, dass die größte Freude an Weihnachten darin besteht, dass wir als Bedürftige Hilfe und Erlösung brauchen und Jesus gekommen ist, um uns zu retten.
So viele in unserer Zeit leben, als wären sie selbst die einzige Macht im Leben.

Weihnachten ist eine Zeit der Freude, weil wir erkennen, dass Jesus die einzige Macht in unserem Leben ist.
Gott hat uns einen Retter gesandt, Christus, den Herrn. Dieser Retter kommt in unser Leben, um uns von allem zu befreien, das uns fesselt und unfrei macht.
Weihnachten bedeutet nicht, Geschenke zu geben, sondern das eine wahre Geschenk zu empfangen:
das göttliche Leben.

Während wir über diese großen Geheimnisse nachdenken, können wir uns erneut vornehmen, Gott in alle Bereiche unseres Lebens hineinzulassen bzw. seine Gegenwart dort zu entdecken.

Christus ist für uns geboren, damit wir göttlich werden können.
Daher wollen wir mit den Engeln und Heiligen jubeln, die uns vorausgegangen sind.
Wir wollen diesem Gott danken, der uns so sehr liebt, dass er seinen einzigen Sohn als unseren Retter gesandt hat.

Ehre sei Gott. Die Gnade Gottes ist erschienen.

Josef´s Traum

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Was sind Ihre Träume?
Wir haben doch alle so unsere Träume und versuchen sie zu verwirklichen.

Zweifellos hatte auch Josef, der Zimmermann, seine Träume.
Vielleicht davon, viele Söhne zu haben, die alle erfolgreiche Zimmerleute werden würden, oder die Paläste des Herodes auszustatten.
Doch all diese Träume wurden durch seinen heiligen Traum zunichtegemacht, in dem ihm ein Engel aufträgt, Maria, seine schwangere Verlobte, zu heiraten und ihr Kind wie sein eigenes aufzuziehen.
Dieser Traum liess all seine kleinen, privaten Träume in den Hintergrund treten.

Es ist nichts Schlechtes daran, seine Träume verwirklichen zu wollen.
Doch diese Träume sind alle eher klein und unbedeutend im Vergleich zu Josefs Traum, der davon handelt, in das unendliche Geheimnis von Gottes Liebe zu allen Menschen eingebunden zu sein.

Josefs Traum ist Gottes Traum für uns alle.
Er handelt von dem Kind, das alle Menschen erlösen wird, von Immanuel, Gott mit uns allen.

Die Frage ist also doch:
Wollen wir in unseren kleinen, privaten Träumen verharren oder wagen wir es, uns von Gottes heiligem Traum, von einer Liebe jenseits aller Vorstellungskraft, mitreissen zu lassen?
Vielleicht hindert uns einfach unser eigener Wunsch daran.
Gott sagt zu Ahas in der ersten Lesung: „Erbitte dir ein Zeichen vom Herrn, deinem Gott“
Doch der wagt es nicht.
Er gibt vor, Gott nicht belästigen zu wollen: „Ich werde um nichts bitten und den Herrn nicht versuchen.“
Es hört sich an, als würde jemandem das Paradies angeboten, er aber entscheidet sich für eine Woche auf Mallorca.

Unser kleiner, privater Traum handelt davon, was wir erreichen können. Er setzt auf unsere eigene Kraft und unser Vermögen. Der Gedanke ist: „Einfach nur hart arbeiten, dann klappt das schon.“

Josefs Traum ist ein reines Geschenk.
Es zeigt sich in einem Kind, das uns alles schenkt, wirklich alles.

Josefs heiliger Traum übersteigt unser Verständnis.
Es kommt eine Liebe zum Vorschein, die jenseits unserer Vorstellungskraft liegt. Sie scheint mit einer Katastrophe verbunden zu sein.
Josef muss sein gepflegtes und geordnetes Leben aufgeben.
Er muss eine Frau heiraten, die ein Kind erwartet, das nicht sein eigenes ist.
Er wird Schande auf sich nehmen.
Und das Kind wird eine Schande für seine Eltern sein, sich mit zwielichtigen Gestalten herumtreiben und ein schreckliches Ende finden.
Es klingt eher nach Albtraum als nach schönem Traum. Doch tatsächlich ist es die wundervollste Geschichte der Liebe.
Aber es braucht Zeit, dies zu erkennen.

Liebe kann manchmal wie Ablehnung aussehen. Letztendlich gleicht sie einem Kreuz mit einem Toten daran.

Wir sind eingeladen, dem Herrn zu vertrauen, der sich nichts sehnlicher wünscht als unser vollkommenes Glück, auch wenn er dabei manchmal ungewöhnliche Wege geht.

Das ist der Glaubensgehorsam, von dem Paulus in der zweiten Lesung sprach. Es geht nicht vorrangig darum, Anweisungen zu befolgen. Es geht darum, Schritt für Schritt in das Geheimnis hineingeführt zu werden.

Schliesslich macht unser kleiner, privater Traum oft Versprechungen, die schlichtweg falsch sind.
Ein Traum, der uns immer wieder eingetrichtert wird, sagt etwa: „Du kannst alles werden und schaffen, was du willst. Du musst nur an dich glauben.“
Aber so ist es nun mal nicht.
Wenn ich nicht den Körperbau und die Lunge dafür habe, werde ich nie einen Marathon bestreiten, geschweige denn gewinnen.
Solch ein Traum bietet eine trügerische Flucht vor unseren Grenzen.

Aber in Gottes heiligem Traum werden wir angenommen, wie wir sind: begrenzt, schwach, sterblich.
In Jesus hat Gott uns in all unseren Grenzen angenommen und bietet uns alles an.

Josef, soll das Kind Jesus nennen, „Jahwe ist Hilfe“ bzw. „Gott rettet“.

Das feiern wir in der vor uns liegenden Woche.
Gott hat sich entschieden, uns nicht im Stich zu lassen.
Er ist unsere Hilfe und unsere Rettung!

Vertrauen wir in allem Gottes heiligem Traum, der da heisst „Immanuel – Gott mit uns.

Wir wollen gehen im Licht des Herrn

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Am ersten Adventssonntag ruft uns die Kirche zur Freude auf, denn das Reich des Friedens ist nahe. Deshalb müssen wir aufwachen und bereit sein, Christus in unserem Leben aufzunehmen.
In der ersten Lesung sagt der Prophet Jesaja: „Der Berg des Hauses des Herrn steht fest gegründet als höchster der Berge; er überragt alle Hügel.“
Der Prophet erhebt uns mit seiner Vision des nahenden Friedensreiches, das der Messias einleiten wird. Nur das Reich Christi in jedem Herzen und in jedem Volk kann dauerhaften Frieden bringen. Um dieses Friedensreich erfolgreich einzuleiten, rufen uns die zweite Lesung und das Evangelium zur Bereitschaft und zum Erwachen auf. Paulus verkündet die Nähe unseres Erlösers, des Friedensfürsten: „Denn jetzt ist das Heil uns näher
als zu der Zeit, da wir gläubig wurden.“ Er erinnert uns auch daran: „der Tag ist nahe“, die Zeit ist gekommen.

Die Zeit, die er hier meint, ist nicht irdisch (Chronos), sondern Gottes Zeit (Kairos). Gottes Zeit ist dazu bestimmt, sein Volk zu retten und allen unruhigen Herzen und Nationen Frieden zu bringen. Deshalb rät Paulus: „Zieht den Herrn Jesus Christus an.“ Christus selbst also ist unser Schutz, eine Rüstung an der alles Schädliche abprallt.

Letztendlich ist das Evangelium ein Weckruf für alle Christen. Der Evangelist ermahnt uns: „Seid also wachsam!“ Das ist von entscheidender Bedeutung, denn wir leben in einer Zeit des großen Erwachens, der Vorbereitung und der Erwartung der Geburt des Messias.
Es ist eine Zeit, die in einem Ausbruch großer Freude gipfeln wird.
Es ist eine Zeit des Gebets, in der sich alle Christen im Gebet an Gott wenden sollten.
Nutzen wir diese Zeit, die uns der Herr geschenkt hat.
Wir wollen gehen im Licht des Herrn.

Jesus, remember me

liturgische Texte siehe: >hier<

1925 wurde das Fest „Christkönig“ durch Papst Pius XI. eingeführt. Das ist in diesem Jahr genau 100 Jahre her und für uns ein Anlass, noch einmal intensiver über Christus, den König und Herrn, nachzudenken und auch über die Wiederkunft Christi.

Das Wort „König“ ruft vielfältige Bilder in uns wach, und welches Bild von einem König uns auch immer in den Sinn kommt, kann es unsere Gedanken über das Fest Christkönig beeinflussen.
Könige gibt es nur noch wenige in unserer Zeit. Sie haben meist eine repräsentative Funktion.
Und doch blicken viele mit Faszination auf diese Welt des Glamours und der anscheinenden Macht. Die Gazetten sind nach wie vor voll mit Berichten aus den diversen Königshäusern.

Schon bei diesem kurzen Blick auf die Vorstellungen von „König“ stellt sich die Frage:
Worum geht es beim Christkönigsfest?
Geht es um Glanz und Glamour, um „pomp and circumstances?“
Ist es heute noch angebracht, Christus als König zu bezeichnen?
Und warum wird das Fest am Ende des Kirchenjahres gefeiert? –

Das Christkönigsfest fügt sich sehr gut in das Kirchenjahr ein – einen Zyklus, der mit dem Advent beginnt,
dann zu Weihnachten, der Geburt des Messias in Bethlehem, führt, anschließend zu Jesu Tod und Auferstehung an Ostern und schließlich, nach den Sonntagen im Jahreskreis, zum Abschluss des Kirchenjahres, wo Jesus Christus in Herrlichkeit am Ende der Zeiten im heutigen Christkönigsfest wiederkommt.
Es ist sozusagen eine Synthese des gesamten Heilsgeheimnisses.
Nachdem wir das ganze Jahr lang über die Geheimnisse im Leben Jesu nachgedacht haben, gelangen wir schließlich zu der unumstößlichen Erkenntnis, dass Jesus der Herr, der König aller Könige, ist.

In der ersten Lesung (aus dem 2. Buch Samuel) sehen wir, wie alle Stämme Israels zu David nach Hebron kommen, um ihn zu ihrem König zu machen. Von Gott berufen, das auserwählte Volk zu führen, war David zuvor Hirte, Musiker, Kriegsheld und ein angesehener Anführer seines Volkes gewesen.
Nun sollte er als König regieren und die Israeliten vor ihren Feinden schützen.

Nach Sauls Tod kommen alle Stämme zu David nach Hebron, um ihn zu ihrem König zu machen.
Die Stämme Israels bringen ihre Überzeugung zum Ausdruck, dass Davids Ernennung zum König von Gott kommt.
Es gibt einen klaren Hinweis auf seine gottgegebene Autorität, denn Gott selbst hatte zu ihm gesagt:
„Du sollst der Hirt meines Volkes Israel sein, du sollst Israels Fürst werden.“
König David schließt daraufhin vor Gott einen Bund mit ihnen und erbittet so Gottes Segen für seine Herrschaft.
Die Stämme, die einst Saul treu ergeben waren, akzeptieren diese göttliche Berufung Davids und bestätigen, dass er der Hirte Israels ist.
„Hirte“ war ein traditioneller Titel für einen König und in Israel zugleich ein Titel für Gott.
So war David zu diesem Zeitpunkt seines Lebens ihr Hirte im Auftrag Gottes.

Jesus Christus war ein Nachkomme Davids.
Sowohl König David als auch Jesus Christus waren Hirten. Der Gott, der David zum Hirten seines Volkes Israel erwählte, ist derselbe Gott, der Christus, den König, als den Hirten erwählte, der sein Leben für die Schafe gab.

Und das wird dann im Evangelium des Christkönigsfestes weiter ausgeführt.
Da wird uns die Kreuzigungsszene vor Augen gestellt:
Sie führt uns nach Golgatha zu drei Kreuzen, an denen drei „Verbrecher“ hängen – dem Tode überlassen.
Dieser Tod war den Niedrigsten der Niedrigen vorbehalten – und doch wird er hier als Beweis für die Königsherrschaft Christi festgehalten.

Zweimal wird Jesus in der Passage als „König der Juden“ bezeichnet. Zweimal wird er „Messias“ genannt.
All diese Bezeichnungen beziehen sich auf Jesus, während er am Kreuz hängt, und sie alle sind als Verhöhnung seiner Person gedacht.
Hier wird uns ein Mann gezeigt, der in Schande und Demütigung hingerichtet wird, blutend und geschlagen an einem Kreuz, einer der grausamsten und erniedrigendsten Strafen, die je ersonnen wurden.

Über seinem Haupt steht der höhnische Spruch: „Dies ist der König der Juden.“
In den Augen der Menschen sieht er nicht wie ein König aus.

Die Menschen sehen ihm beim Sterben am Kreuz zu, während Anführer, Soldaten und das Volk ihn für einen Betrüger und Versager halten.
Sie stellen ihn auf die Probe:
Wenn er wirklich der König und Messias ist, warum rettet er sich dann nicht selbst und steigt vom Kreuz herab?

Er tut es deshalb nicht, damit wir begreifen, was er von denen erwartet, die er in sein Reich berufen hat.
Im Reich Gottes geht es um Dienen, Opfer und Liebe.

Selbst im Sterben am Kreuz reicht Jesus den Sündern die Hand mit dem Geschenk der Erlösung.
Dies geschieht, als einer der beiden Verbrecher, der neben Jesus am Kreuz hängt, die Wahrheit über Jesus erkennt.
Er weist seinen Mitverbrecher zurecht, wendet sich an den, der ihm die letzte Hoffnung geschenkt hat, und fleht: „Jesus, gedenke meiner, wenn du in dein Reich kommst.“

Und der gekreuzigte König, der selbst im letzten Augenblick seines Lebens als Retter wirkt, antwortet mitfühlend: „Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“

Der andere Verbrecher hingegen zeigt keinerlei Glauben und verspottet weiter.
Was dieser Verbrecher und andere – die Herrscher und die Soldaten – nicht begreifen, ist die göttliche Notwendigkeit von Jesu Tod.
Sie erkennen nicht, dass er durch seinen Tod am Kreuz die Erlösung für all diejenigen bewirkt, die sich nicht selbst erlösen können.

Jesus ist trotz Spott und Beleidigungen wahrhaftig König und Retter.
Er definiert die wahre Bedeutung des Königtums und des Reiches Gottes neu.
Es geht nicht um einen Wettstreit der Könige, sondern um einen Ausdruck von Führung, der im Dienen gipfelt.
Er lehnt Macht und Stärke, Herrschaft und Gewalt als moralische und praktische Grundlage des Lebens ab.
Jesus ist wahrhaftig König, aber nicht so, wie seine Zeitgenossen es sich vorstellten.

Er ist unser König durch den Weg des Kreuzes, und für uns Gläubige, die wir diese tragische Kreuzigungsszene betrachten, sind die Beschimpfungen gegen Jesus ironisch:
Der Gekreuzigte ist all das, was ihm abgesprochen wurde.
Wir sollten nicht immun werden gegen den Skandal des Kreuzes, der vielleicht das größte Zeichen dafür ist, dass unser christlicher Glaube nicht bloß menschliches Denken ist.

Das Bild Jesu am Kreuz umschreibt treffend und beredt das wahre Wesen seiner Königsherrschaft.
Sie unterscheidet sich grundlegend von der der Könige dieser Welt.
Christi Königsherrschaft ist ewig, allumfassend und vollkommen.
Es ist Königsherrschaft, aber nicht die der Gewalt oder Furcht, sondern die der Kraft der Liebe.

Deshalb können wir uns heute und immer wieder dem gekreuzigten Herrn zuwenden!
Er ist unser wahrer König!
Wenden wir uns nicht von ihm ab!

In unserem Leben ist im Kreuz die Erlösung.
Es ist der Thron unseres Königs, auf dem er sein Leben für uns gab; seine Krone ist aus Dornen;
sein Gewand ist das Blut, das aus den vielen Wunden an seinem ganzen Körper fließt;
sein Zepter sind die Nägel, die seine Hände und Füße durchbohrten.

Es ist sehr bezeichnend und schön, dass die Kirche am Ende des Kirchenjahres das Gebet des reuigen Verbrechers wiederholt: „Jesus, denk am mich, wenn du in dein Reich kommst“, und vertrauensvoll auf die barmherzige Heilsgewissheit des gekreuzigten Königs hört:
„Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“

Das Kirchenjahr endet in Erwartung der Wiederkunft Christi, wenn das Böse besiegt sein wird und Jesus seine Herrschaft als König der Könige antritt.
Christi Reich beginnt in der Gemeinschaft der Menschen, die durch Gottes Gegenwart in ihrem Leben ein neues und anderes Leben führen.

Die Feier von Christkönig gibt uns die Möglichkeit, die frohe Botschaft zu verkünden, dass seine Wiederkunft Freude statt Furcht, Hoffnung statt Verzweiflung bringt.
Wir werden gereinigt und erneuert unserem Gott näher kommen.

Das Fest Christkönig ist für uns Herausforderung und Chance zugleich, uns unserer Berufung in das Reich Gottes bewusst zu werden.
Es lebe der König! Sein Reich komme!
Das ist die frohe Botschaft des Christkönigsfestes.

„Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst“
„Jesus, remember me, when you come into your kingdom.“