Das Himmelreich ist nahe

Wenn Christus sagt: „Kehrt um, denn das Himmelreich ist nahe!“ (Mt 3,2 u.a.), dann sagt er im Grunde:
„Kehrt um – denn ich bin da!“

Das Kommen Christi kündigt eine neue Nation,
ein neues Volk Gottes, eine neue Herrschaft an.
Und wenn wir zu den Gleichnissen zurückkehren, können wir diese Herrschaft vielleicht besser verstehen.

Wenn Christus sagt:
„Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Senfkorn“ (Mt 13,31), dann sagt er: „Ich gleiche einem Senfkorn.
Ich – der ich größer bin als alles, was ihr euch vorstellen könnt – habe mich erniedrigt und bin klein geworden; doch aus diesem winzigen Samen, diesem augenscheinlich winzigen Menschen, wird sich die Größe Gottes offenbaren.“

Und wenn Christus sagt:
„Mit dem Himmelreich ist es wie mit dem Sauerteig“ (Mt 13,33), dann sagt er:
„Ich gleiche dem Sauerteig, der im Mehl verborgen ist.
Ich bin in der gesamten Schöpfung gegenwärtig –
oft unsichtbar und unbemerkt, doch still wirkend, um das Universum zu verwandeln.
Ich werde die ganze Schöpfung emporheben.“

Und im Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen (Mt 13,24-30) sagt uns Christus:
„Ich bin es, der das Gute in die Welt sät, und ich werde nicht zulassen, dass dieses Gute durch das Böse und das Verderben vernichtet wird.
Ihr, die ich gesät habe, werdet nicht um des Bösen in der Welt willen niedergemäht; vielmehr werde ich euch am Ende der Zeit zu mir sammeln.“

ausführlicher unter: Predigt am 16. Sonntag im Jahreskreis