Vom Glauben zum Schauen

Das Tagesgebet am Hochfest der Erscheinung des Herrn lautet:
“Allherrschender Gott, durch den Stern, dem die Wiesen gefolgt sind, hast du am heutigen Tag den Heidenvölkern deinen Sohn geoffenbart. Auch wir haben dich schon im Glauben erkannt. Führe uns vom Glauben zur unverhüllten Anschauung deiner Herrlichkeit.”
In der Bitte um die Anschauung seiner Herrlichkeit hört man deutlich: „denn glaubend gehen wir unseren Weg, nicht schauend“ (2 Kor 5,7). Als Glaubende sind wir noch nicht am Ziel, sondern – wie die Weisen aus dem Morgenland – auf dem Weg zur Anschauung Gottes.
Erst wenn wir vom Glauben zum Schauen gekommen sind, haben wir unser Ziel erreicht: die ewige Seligkeit im Schauen des dreieinen Gottes.
Der Glaube ist kein Schauen. Aber der Glaube ist ein Licht, das uns leuchtet. Durch den Glauben besitzt derjenige, der glaubt, schon anfanghaft, was ihm bei der Anschauung Gottes, dem Ziel seines Lebensweges, vollendet geschenkt wird.

Den Finger rühren

In jener Zeit sprach Jesus zum Volk und zu seinen Jüngern und sagte:
Auf dem Stuhl des Mose sitzen die Schriftgelehrten und die Pharisäer. Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach ihren Taten; denn sie reden nur, tun es aber nicht. Sie schnüren schwere und unerträgliche Lasten zusammen und legen sie den Menschen auf die Schultern, selber aber wollen sie keinen Finger rühren, um die Lasten zu bewegen. (Mt 23,1-4)

In seiner Kritik sagt Jesus, dass Menschen schwere Lasten tragen und dass man nicht bereit ist, auch nur einen Finger zu rühren, um sie zu tragen.
Nun könnte man natürlich der Kritik Jesu entgegenhalten, dass, wenn doch das Bewegen eines Fingers eine so kleine Sache ist, es doch keinen Unterschied machen kann, ob wir ihn bewegen oder nicht?
Um darauf eine Antwort zu finden, kann es helfen, dem Wort „Finger“ in der Bibel zu folgen.
Es ist ein seltenes Wort im Neuen Testament.
Im Matthäusevangelium kommt es nur ein einziges Mal vor.
Aber es kommt auch bei Lukas und Johannes vor.
Im Lukasevangelium kommt „Finger“ vor, wenn Jesus zur Menge spricht.
Er sagt: „Wenn ich aber die Dämonen durch den Finger Gottes austreibe, dann ist das Reich Gottes schon zu euch gekommen.“ (Lk 11,20)
Hier ist das Wort „Finger“ nicht unser Finger oder gar der Finger Jesu, es ist Gottes Finger.
Wenn wir diesen Abschnitt über Gottes Finger zusammen mit der Stellebei Matthäus über unseren Finger lesen, werden wir daran erinnert, dass Gott fähig und willens ist, durch unsere Taten zu handeln.
Wenn das der Fall ist, kann bereits eine kleine Aktion unsererseits von großer Bedeutung sein.
Das Wort „Finger“ kommt auch im Johannesevangelium vor. Jesus verwendet es, als er Thomas anspricht. Er sagt:
„Streck deinen Finger hierher aus und sieh meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!“ (Joh 20,27)
Hier ist der Finger eine Hilfe zum Glauben.
Wenn wir diesen Gedanken mit dem heutigen Evangelium verbinden, scheint das Wort Finger auszudrücken, dass wir Christus näherkommen, wenn wir unseren Finger bewegen, um einem anderen zu helfen, denn wenn wir einen anderen berühren, berühren wir Christus selbst.
Daher kann unser Handeln enorme Konsequenzen haben. Es kann auch unseren eigenen Glauben vertiefen und stärken.
Unser Handeln mag zu klein erscheinen, um einen Unterschied zu machen.
Aber wenn Gottes Gnade mit uns ist, könnte nur eine kleine Anstrengung unsererseits manche Situation ändern und rettend wirken.

Ruhe verschaffen

Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch drückt nicht, und meine Last ist leicht. (Mt 11,28-30)

Jesus weiß, dass wir Erholung nötig haben. Daher sagt er zu den Aposteln: Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen (Mt 11,28). Gott selbst hat die Erfahrung der Erschöpfung gemacht und daher auch die Notwendigkeit verspürt, neue Kraft zu schöpfen.
In Zeiten intensiver Tätigkeit ermutigte Jesus seine Jünger wohl, sich nicht vom Aktivismus mitreißen zu lassen, sich auch nicht von Nützlichkeitserwägungen leiten zu lassen, nicht zu denken, dass alles von ihrem Tun abhänge: ständiges Hetzen von einem Ort zum anderen, immer beschäftigt sein …. Daher die Aufforderung, sich auszuruhen, jedoch nicht auf irgendeine Weise, sondern indem wir zu ihm kommen.
Jesus empfiehlt uns eine Erholung, die uns dazu führt, unser Herz in seiner Gegenwart zu betrachten, um die Ideale, die uns Tag für Tag bewegen, zu überdenken und zu stärken.

Die Frohbotschaft annehmen

In jener Zeit begann Jesus den Städten, in denen er die meisten Wunder getan hatte, Vorwürfe zu machen, weil sie sich nicht bekehrt hatten: Weh dir, Chorazin! Weh dir, Betsaida! Wenn einst in Tyrus und Sidon die Wunder geschehen wären, die bei euch geschehen sind – man hätte dort in Sack und Asche Buße getan. Ja, das sage ich euch: Tyrus und Sidon wird es am Tag des Gerichts nicht so schlimm ergehen wie euch. Und du, Kafarnaum, meinst du etwa, du wirst bis zum Himmel erhoben? Nein, in die Unterwelt wirst du hinabgeworfen. Wenn in Sodom die Wunder geschehen wären, die bei dir geschehen sind, dann stünde es noch heute. Ja, das sage ich euch: Dem Gebiet von Sodom wird es am Tag des Gerichts nicht so schlimm ergehen wie dir. (Mt 11,20-24)

In den Städten Chorazin und Betsaida in Galiläa vollbrachte Jesus zahlreiche Wunder. Doch entschieden sich die Bewohner dieser Städte nicht dafür, ihr Leben zu ändern. Sie zogen es vor, wie bisher weiterzumachen, ohne die Frohe Botschaft anzunehmen. Christus, der unter der Härte ihrer Herzen litt, konnte seine Traurigkeit nicht verbergen: Wenn in Tyrus und Sidon die Wunder geschehen wären, die bei euch geschehen sind – längst schon wären sie in Sack und Asche umgekehrt (Mt 11,21). Er fügte hinzu, dass diese Städte am Tag des Gerichts weniger streng behandelt werden, weil sie nicht die Gelegenheit hatten, den Sohn Gottes aufzunehmen. Jesus weinte, weil viele Menschen seine Liebe nicht erkannten. Papst Benedikt erklärt: „Es gibt ein inneres Verschlossensein, das den tiefen Kern der Person betrifft, jenen Kern, den die Bibel das ,Herz‘ nennt. Und Jesus ist gekommen, dieses zu ,öffnen‘, zu befreien, um uns fähig zu machen, in Fülle die Beziehung mit Gott und den anderen zu leben.“

Fürchtet Euch nicht!

Fürchtet euch nicht vor denen,
die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können,sondern fürchtet euch eher vor dem,
der Seele und Leib in der Hölle verderben kann!
Verkauft man nicht zwei Spatzen für einen Pfennig?
Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde ohne den Willen eures Vaters.
Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt.
Fürchtet euch also nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen.
Jeder, der sich vor den Menschen zu mir bekennt,
zu dem werde auch ich mich
vor meinem Vater im Himmel bekennen.
Wer mich aber vor den Menschen verleugnet,
den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen. (Mt 10,28-33)

Auf nach Galiläa

Und siehe, Jesus kam ihnen entgegen und sagte: Seid gegrüßt!
Sie gingen auf ihn zu, warfen sich vor ihm nieder und umfassten seine Füße.
Da sagte Jesus zu ihnen:
Fürchtet euch nicht! Geht und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen
und dort werden sie mich sehen. (Mt 28,9-10)

Galiläa war die Heimat der Jünger, und Jesus trägt den Frauen auf, den Jüngern zu sagen, dass sie ihn in Galiläa sehen werden.
Also in der Heimat, den täglichen Momenten unseres Alltags sollen wir Jesus begegnen.
All diese alltäglichen Momente und Erfahrungen, auch wenn sie sich oft für uns nicht so anfühlen, können Momente der Auferstehung, der Gottesbegegnung sein, die wir mit Freude und Dankbarkeit annehmen dürfen, im Vertrauen darauf, dass sie uns wirklich Gott näherbringen werden.

Die Jünger mussten nichts Außergewöhnliches tun, um dem auferstandenen Jesus zu begegnen;
einfach nach Galiläa in ihren gewöhnlichen Alltag zurückkehren.

Derselbe Aufruf richtet sich auch an uns:
in unser Galiläa,
in unser tägliches Leben zurückzukehren,
aber das Licht und die Freude von Ostern dorthin zu bringen.
Wie Papst Franziskus es vor einigen Jahren sagte:
„Nach Galiläa zurückkehren bedeutet vor allem, dorthin, zu jenem glühenden Augenblick zurückzukehren, in dem die Gnade Gottes mich am Anfang meines Weges berührt hat. An diesem Funken kann ich das Feuer für das Heute, für jeden Tag entzünden und Wärme und Licht zu meinen Brüdern und Schwestern tragen.“ (Predigt in der Osternacht, 19. April 2014).

Heute dürfen wir diese Einladung unseres Herrn annehmen.
Möge die Auferstehung Jesu für uns eine Quelle der Freude sein.
Mögen wir das Licht empfangen, das er uns geben möchte, und es mit den Menschen um uns herum teilen.
Mögen wir, wie die heiligen Frauen mit Freude die Wahrheit verkünden, dass Christus lebt.

Maria am Karsamstag

Der Karsamstag ist immer ein zwiespältiger Tag. Ein Tag im „Nicht-Mehr“ und „Noch-Nicht“. Ein Tag des göttlichen Schweigens. Der Herr liegt tot im Grab.
Wie hat wohl die Gottesmutter diesen Tag erlebt?
Vielleicht haben ihr der Glaube, die Hoffnung und die zärtliche Liebe zu ihrem göttlichen Sohn Frieden gegeben und haben sie die Auferstehung mit heiterer Sehnsucht erwarten lassen.
Vielleicht hat sie sich an die letzten Worte Jesu erinnert: Frau, siehe, dein Sohn! (Joh 19,26). Sie wird wohl schon jetzt begonnen haben, ihre Mutterschaft gegenüber jenen Männern und Frauen auszuüben, die Christus seit den frühesten Zeiten gefolgt sind.
Sie wird vielleicht schon in dieser Situation begonnen haben, den Glauben und die Hoffnung der Apostel neu zu entfachen, indem sie sie an die Worte erinnerte, die sie vor kurzem aus dem Munde des Herrn gehört hatten: Sie werden ihn verspotten, anspucken, geißeln und töten. Und nach drei Tagen wird er auferstehen (Mk 10,34). Der Herr hatte sehr deutlich gesprochen, damit sie, wenn einmal schwierige Momente kämen, wüssten, wie sie im Glauben an seinem Wort festhalten könnten.
Gleichzeitig mit der schmerzlichen Erinnerung an die Leiden, die Jesus Christus ertragen musste, überkam Mariens mütterliches Herz vielleicht auch eine große Erleichterung bei dem Gedanken, dass nun alles vorbei war.
Wir dürfen unseren Glauben auf den Glauben und das Vertrauen der Gottesmutter stützen: vor allem, wenn die Dinge uns schwerfallen, wenn Schwierigkeiten auftreten und wir Momente der Dunkelheit durchleben.
Gehen wir vertrauensvoll in die kommende Osternacht, in der wir die Explosion der Freude feiern dürfen!

Durchblick gewinnen

In jener Zeit sah Jesus unterwegs einen Mann, der seit seiner Geburt blind war. Jesus spuckte auf die Erde; dann machte er mit dem Speichel einen Teig, strich ihn dem Blinden auf die Augen und sagte zu ihm: Geh und wasch dich in dem Teich Schilóach! Das heißt übersetzt: der Gesandte. Der Mann ging fort und wusch sich. Und als er zurückkam, konnte er sehen. (Joh 9,1.6-7)

Der Blinde in diesem Evangelium weiß gar nicht, wie ihm geschieht, als da plötzlich ein Fremder vor ihm steht und ihm eine Paste auf die Augen streicht. Er hatte Jesus nicht darum gebeten.
Vielleicht fehlte der Mut oder auch die Einsicht? Wer weiß es schon?
Wie seltsam und unerwartet muss diese Erfahrung der gesamten Szene für den Blindgeborenen gewesen sein!
Eine unbekannte Stimme aus der Dunkelheit, eine warme und nasse Paste auf seinen Augen, ein Befehl zu gehen und sich zu waschen ohne jegliche Erklärung, und dann –
Licht, Vision, ein neues Leben.
Nicht der Blinde hat sich Jesus ausgesucht, Jesus hat den Blinden ausgesucht!
Etwas Ähnliches gibt es auch in unserem Leben.
Oft sind die wichtigsten Schritte in unserem Leben nicht Entscheidungen, die wir treffen, sondern Entscheidungen, die uns treffen.
Einige der tiefgreifendsten Entscheidungen, die uns zu dem machen, was wir heute sind, die sogen. Wendepunkte in unserem Leben, waren doch nicht unsere Leistung, sondern Geschenke, Geschenke Gottes.
Hoffentlich haben wir einen Blick dafür!

Höre auf ihn!

In jenen Tagen sprach der Herr zu Abram:
Geh fort aus deinem Land, aus deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen werde! Ich werde dich zu einem großen Volk machen, dich segnen
und deinen Namen groß machen. Ein Segen sollst du sein. Ich werde segnen, die dich segnen; wer dich verwünscht, den werde ich verfluchen. Durch dich sollen alle Sippen der Erde Segen erlangen.
Da ging Abram, wie der Herr ihm gesagt hatte. (Gen 12,1-4a)

In jener Zeit nahm Jesus Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg. Und er wurde vor ihnen verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne und seine Kleider wurden weiß wie das Licht.
Noch während er redete, siehe, eine leuchtende Wolke überschattete sie und siehe, eine Stimme erscholl aus der Wolke: Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören.
Als die Jünger das hörten, warfen sie sich mit dem Gesicht zu Boden und fürchteten sich sehr. Da trat Jesus zu ihnen, fasste sie an und sagte: Steht auf und fürchtet euch nicht! Und als sie aufblickten, sahen sie niemanden außer Jesus allein. (Mt 17,1-2;5-8)

Jesus wurde auf dem Berg der Verklärung verwandelt.
Er wurde mit seiner Gottheit, als Sohn Gottes, aber auch in seinem ganzen Menschsein von Gott angenommen, in das göttliche Licht hineingestellt und von diesem Licht durchströmt.
Dies geschah auch, damit wir erkennen, was Gott mit uns vorhat, wenn wir aufstehen, zu Jesus aufblicken, all unsere Furcht und Sorge auf ihn werfen.
Was geschehen kann, wenn jemand alle seine Sorgen auf Gott wirft und Gottes Ruf folgt, wird uns im Abram gezeigt.
Gott ruft ihn, seine Heimat zu verlassen und an einen Ort zu reisen, den Gott ihm zeigen wird. Zum Zeitpunkt dieser Berufung war Abram 75 Jahre alt. Doch dieser große alte Mann hat all seinen Mut und seinen Glauben an Gott zusammengenommen, seine Familie versammelt, seine Sachen gepackt und machte sich auf den unsicheren Weg mit unbekanntem Ziel.  So wurde er zum Vater aller Glaubenden.
Weil er Gottes Stimme gehört hat und ihr gefolgt ist.
Diese Stimme Gottes ist im Evangelium wieder zu hören „Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören.”
Es ist die grundlegende Anweisung an jeden Gläubigen: „Höre auf ihn.“
Wir können uns durch die Kraft Gottes ändern.
Auch wenn es in der Vergangenheit nicht geklappt hat, heute ist eine neue Möglichkeit.
Heute streckt Jesus uns die Hand entgegen, und sagt auch zu uns:
„Steht auf und fürchtet euch nicht!

Ab in die Wüste

In jener Zeit wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt; dort sollte er vom Teufel versucht werden.
Als er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn.
Da trat der Versucher an ihn heran und sagte: Wenn du Gottes Sohn bist, so befiehl, dass aus diesen Steinen Brot wird. Er aber antwortete: In der Schrift heißt es: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt.
Darauf nahm ihn der Teufel mit sich in die Heilige Stadt, stellte ihn oben auf den Tempel
6und sagte zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so stürz dich hinab; denn es heißt in der Schrift: Seinen Engeln befiehlt er um deinetwillen, und: Sie werden dich auf ihren Händen tragen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt. Jesus antwortete ihm:
In der Schrift heißt es auch: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen.
(Mt 4,1-7)

Es ist äußerst interessant, wie Jesus in den Anfechtungen, die ihn in der Wüste überkamen bei jedem einzelnen Punkt reagiert hat.
Er hat die Halbwahrheit, die ihm der Versucher vorgaukelte mit den Worten: „denn es heißt in der Schrift“ jeweils gekontert mit der Aussage: „In der Schrift heißt es auch“
Er hat sich also festgemacht, in seiner Beziehung zum Vater, er war zuhause in dem Wort des Vaters, dass er in der hl. Schrift vorfand und konnte so den Sinn der hl. Schrift für sein Leben und seine göttliche Sendung in ihrer ganzen Tiefe für sich erschließen.
Das kann auch uns Mut machen und darin bestärken in dieser Fastenzeit uns Momente der inneren Wüste zu schaffen, Gottes Wort mit hineinzunehmen und uns neu darin festzumachen.
Nicht umsonst hat Jesus gesagt:
„Nicht nur vom Brot lebt der Mensch, sondern von jedem Wort aus Gottes Mund.“
Schließen wir uns Jesus Christus und seinem Sieg über das Böse an.
Das ist der ganze Zweck und der tiefe Sinn der Fastenzeit. Deshalb gehen wir in die Wüste.